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DLG-Unternehmertage 2002:
Effizientes Betriebsmanagement im Ackerbau

Kurt Enke, Landwirt, Agrarbetrieb Gröbitz GmbH, Gröbitz (Sachsen-Anhalt)

Wie man eine effiziente Betriebsorganisation im Ackerbau realisiert, stellte der Landwirt Kurt Enke vom Agrarbetrieb Gröbitz in Sachsen-Anhalt anlässlich der DLG-Unternehmertage am 4. September 2002 in Leipzig vor:

Boden als wichtigstes Produktionsmittel

  • Langfristige Pachtung der Ackerflächen mit variablem Pachtzins bzw. nicht überhöhtem Pachtzins.
  • Tagfertige Ackerschlagkartei mit Programm von AGRO-CAD (gläserne Produktion war immer wichtig und wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen).
  • Betriebliche Dokumentation ist notwendig, muss aber effizient sein, nicht verspielt:
    - Dokumentation muss tagfertig und aussagekräftig sein.
    - Dokumentation muss auf lange Sicht Kosten sparen helfen und nicht Kosten verursachen.
    - 1 bis 1,5 Arbeitskräfte sind für die Büroarbeit und Pachtangelegenheiten das Ziel in unserem Betrieb - bei diesem Ziel muss man sich auf das Wesentliche konzentrieren.
  • GPS-Vermessung wurde im Betrieb durchgeführt.
  • Alle 3 bis 4 Jahre Grundbodenuntersuchung nach Makro- und Mikronährstoffen.
  • Düngung nach Grundbodenuntersuchung und Entzug.
  • Nährstoffbilanz des Bodens ist die kleine Sparbüchse des Landwirtes; Voraussetzung ist ständiges Aufdüngen und keine Vernachlässigung der Grunddüngung.
  • Düngung mit GPS bzw. Kartierung im Betrieb noch nicht vorhanden, da
    - das Verfahren teilweise noch nicht ausgereift ist,
    - der Auswertungsaufwand noch zu hoch ist,
    - Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis stehen und
    - in unserem Betrieb relativ homogene Böden vorhanden sind.
  • Fruchtfolgegestaltung erfolgt nach vier Gesichtspunkten:
    - ackerbauliche Gesichtspunkte (dürfen auf lange Sicht nicht vernachlässigt werden),
    - wirtschaftliche Gesichtspunkte,
    - agrarpolitische Gesichtspunkte und
    - unvorhersehbare bzw. witterungsabhängige Dinge.

Finanzplanung und Kontrolle

Drei Säulen:

  • langfristige Planung
    - Investitionsplanung Technik und Gebäude
    - Kauf von Boden
  • mittelfristige bzw. Jahresplanung
    - geringfügige Investitionen
    - direkte Kosten wie Saatgut, Düngung, PS
    - Arbeitserledigungskosten
    - Gebäudeinstandhaltungskosten
  • kurzfristige, flexible Planung

Im Betrieb drei wichtige Abrechnungszeiträume:
- zum 1.9. nach Abschluss der Getreideernte materielle und finanzielle Vorplanung
- zum 31.12. - finanzielle Einschätzung des Ergebnisses bis zum Abschluss des Wirtschaftsjahres am 30.6.
- ab 1.3. monatliche Einschätzung bis zum 30.6. und Voreinschätzung bis 31.12. (dabei spielt nicht das Betriebsergebnis die entscheidende Rolle, sondern die Liquidität des Betriebes bis zur Pachtzahlung am 30.10.)

Verkaufsstrategien

Im Betrieb gibt es feste Beziehungen zum Handel, aber keine langfristigen Liefer- und Leistungsverträge.

  • Den Markt ständig bedienen.
  • Zur Zeit keine Termingeschäfte.
  • Ständige Beobachtung des Weltmarktes und handeln nach kaufmännischem Gespür, nie nach den Sternen greifen.
  • Feste Beziehungen ja, aber nicht in Abhängigkeit vom Handel geraten.
  • Warenströme zur Zeit kaum zu kontrollieren, nur bei Mangelerscheinungen an unseren Produkten erhält man Information über Warenfluss.
  • Nicht nur wir müssen gläsern produzieren, sondern die Rückkopplung über den Handel muss im Vorfeld geklärt werden.
  • Wenn gläserne Produktion, dann von A bis Z.

 

Die Folien zum Vortrag als PDF zum Download.

 
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