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Unkräuter, Schädlinge und Krankheiten - Herausforderungen an den Pflanzenschutz

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Dr. Georg Meinert, Landesanstalt für Pflanzenschutz, Stuttgart

Dr. Georg MeinertMais ist hinsichtlich der Intensität der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln eine extensive Kultur. Die Behandlungshäufigkeit beträgt im Mais 1,2, im Winterweizen 3,2 und in Kartoffeln 6,9. Der Schwerpunkt bei Mais liegt in der Anwendung gegen Unkräuter und Ungräser mit durchschnittlich 1,0 Behandlungen.

Mais ist wegen seiner langsamen Jugendentwicklung und dem späten Reihenschluss lange Zeit eine "offene Kultur" und damit können sich Unkräuter bestens entwickeln. Er unterliegt im Konkurrenzkampf den Unkräutern und kann mit Totalverlust der Ernte reagieren. Eine Unkrautbekämpfung ist deshalb unbedingte Voraussetzung für den Maisanbau (früher "Hackfrucht").

Von den Bekämpfungsmöglichkeiten haben sich die Herbizide gegen die mechanische und integrierte (mechanische und chemische) Unkrautbekämpfung eindeutig durchgesetzt. Die Gründe liegen in der hohen Schlagkraft und der relativen Unabhängigkeit von der Bodenfeuchtigkeit. Die entsprechenden Wirkstoffkombinationen schaffen die Voraussetzungen für eine schnelle und sichere Wirkung bei guter Pflanzenverträglichkeit, zum Beispiel durch eine kombinierte Boden- und Blattwirkung. Dabei müssen die Nachauflaufherbizide bis spätestens zum 4-Blattstadium des Maises ausgebracht werden, da sonst Ertragseinbußen möglich sind. Probleme können bei einseitigen Fruchtfolgen die mehrjährigen Unkräuter bereiten, die meistens mit zusätzlichen Herbiziden zumindest teilweise beseitigt werden können, besser ist eine erweiterte Fruchtfolge. Neue Unkräuter und Ungräser können regional durchaus Schwierigkeiten bringen. Bekämpfungsmöglichkeiten sind nicht immer gegeben.

Schädlingsbekämpfung

Befallen wird der Mais von mehreren Schädlingen, doch sind nur wenige Schädlinge wirtschaftlich für den Maisanbau gefährlich: Drahtwürmer, Nematoden, Fritfliegen, Maiszünsler und neuerdings wird dem Westlichen Maiswurzelbohrer mit großer Sorge entgegen gesehen. Zur Bekämpfung der Drahtwürmer und der Fritfliegen haben sich seit Jahrzehnten Saatgutbehandlungsmittel bewährt. Nachträgliche Behandlungen mit Spritzmitteln haben sich nicht als wirksam erwiesen. Der Maiszünsler breitet sich zunehmend aus und hat vom Süden kommend die Linie Bonn bis zum Oderbruch erreicht. Die Bekämpfungsmöglichkeiten liegen in der intensiven tiefen Maisstoppelbearbeitung, in der Ausbringung von Trichogramma brassicae in verschiedenen Formen sowie in der Anwendung von chemischen Insektiziden. Der Westliche Maiswurzelbohrer wurde bisher in Deutschland noch nicht festgestellt. Er gilt als einer der bedeutendsten Maisschädlinge der Welt. Seine schnelle Verbreitung und die hohe Schadenspotenz veranlasste die EU-Kommission Sofortmaßnahmen gegen den Westlichen Maiswurzelbohrer in der Europäischen Union zu ergreifen. Diese reichen von einer weitgestellten Maisfruchtfolge über eine sofortige Bekämpfung des Käfers mit Insektiziden, um eine "Ausrottung" des Schädlings zu erreichen, was erfahrungsgemäß nicht möglich ist.

Maiskrankheiten

Maiskrankheiten treten im Gegensatz zu Krankheiten in anderen Kulturpflanzen nur selten verheerend auf. Mais wird aber auch nicht von Krankheiten völlig verschont. Beachtenswert sind Auflaufkrankheiten, Fusarien- und Stängelfäulen, Kolben- und Kornfäulen, in sehr begrenzten Gebieten der Kopfbrand und die Helminthosporiosen. Gegen Auflaufkrankheiten werden Beizmittel eingesetzt. Mit der Sortenwahl können Fusarien kurzgehalten werden. Gegen die Blattfleckenkrankheit (Helminthosporium turcicum) helfen wenig anfälligere Sorten, sorgfältige Zerkleinerung der Ernterückstände und sauberes Pflügen mit einem Vorschäler. Fungizide sind wirksam, doch sind gerätetechnische Voraussetzungen zu berücksichtigen (Stelzengeräte).

 
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