Maiszüchtung: Neue Anforderungen - moderne Techniken - innovative Lösungen
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Dr. Christoph Amberger, KWS SAAT AG, Einbeck
Mais ist die Kulturart, die in den vergangenen Jahren züchterisch am intensivsten bearbeitet wurde. Als C 4-Pflanze verfügt sie über hohe Wasser- und Nährstoffeffizienz und hat ein höheres Ertragspotential als Getreide.
Die zukünftigen Anforderungen an die Maiszüchtung sind eine weitere Erhöhung des Korn- und Energieertrags, eine höhere Ertragsstabilität durch verbesserte Kälte- und Trockenstresstoleranz sowie Pilzresistenzen, Resistenzen gegen Schadinsekten und Herbizide.
Schon heute ist der Ertragsfortschritt bei Körnermais mit durchschnittlich 2,3 dt/Jahr höher als bei Winterweizen (1,6 dt/Jahr). Der Einsatz moderner Techniken (Doppelhaploide, Genomics/Marker, Gentechnologie) wird zu einer weiteren Beschleunigung des Zuchtfortschritts führen. Wir gehen davon aus, dass innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre erhebliche Verbesserungen hinsichtlich Kältetoleranz, Frühreife und Trockenstresstoleranz erzielt werden können.
Im Zuchtmaterial sind heute deutliche Unterschiede hinsichtlich der Fusariumresistenz feststellbar, die zu einer Verbesserung der Sorten führen werden. Gentechnologisch erzeugte Resistenzen gegen Maiszünsler, Maiswurzelbohrer und Herbizide werden insbesondere in Nordamerika breit eingesetzt. Beim Wegfall politischer Restriktionen sind diese kurzfristig für Landwirte in Europa verfügbar.
Im Rahmen der Förderung nachwachsender Rohstoffe tut sich für Mais ein großes Flächenpotential zur Erzeugung von Methangas aus Ganzpflanzensilagen auf. Die Züchtung neuer Energiemaishybriden wird mittelfristig zu Pflanzen mit Trockenmasseerträgen erheblich über dem Niveau heute gängiger Silomaissorten führen.
Insgesamt ist davon auszugehen, dass in Deutschland rückläufige Silomaisanbauflächen durch Zuwächse bei Körner- und Energiemais weit überkompensiert werden können.
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