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Unbeschwerter Trink-Genuss: Großer DLG-Wasser-Test

77 Produkte unter der Qualitätslupe - Experten bewerteten erstmals aromatisierte Wässer

Deutschland ist ein Land der Wassertrinker. Doch wie gut ist das vielfältige Angebot, das die Verbraucher im Handel vorfinden? Das Testzentrum Lebensmittel der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) hat jetzt 77 Wässer unter die Qualitätslupe genommen, darunter auch erstmalig aromatisierte Wässer. Die Experten bewerteten die Produkte auf Basis wasseranalytischer, mikrobiologischer, sensorischer sowie weiterer verbraucherrelevanter Testkriterien, wie der Deklarationsgenauigkeit. Auch Aspekte der Prozess-Qualität flossen in das Urteil ein: "Vom Brunnen bis in die Flasche" wurden schonende Aufbereitungs- und Behandlungsverfahren genauso berücksichtigt wie die erfolgreiche Umsetzung von Qualitäts- und Umweltmanagementsystemen. Von den 77 getesteten Produkten erhielten 63 Wässer eine DLG-Prämierung. Die Testergebnisse und Preisträger sind im Detail unter www.DLG.org/wassertest veröffentlicht. Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von über 130 Litern ist Mineralwasser das beliebteste alkoholfreie Getränk der Deutschen. Die anhaltend hohe Nachfrage hat Auswirkungen auf die Produktvielfalt im Markt. Denn in dem von Wellness und Gesundheit dominierten Wassermarkt ist in den letzten Jahren eine steigende Segmentierung des Angebots zu beobachten. Ein Beleg dafür, dass der Verbraucher zunehmend sensibler für das ehemalige "Einheitsgetränk" wird. So ist es auch keine Seltenheit mehr, dass in der Gastronomie bestimmte Wässer als Speise- oder Weinbegleiter empfohlen werden.

Für den Geschmack eines Mineralwassers sind die Zusammensetzung der Mineralstoffe sowie der Kohlensäuregehalt verantwortlich. Weniger mineralstoffreiche Wässer schmecken neutraler als stark mineralisierte Mineralwässer. Stark kohlensäurehaltige Mineralwässer passen zu kräftigen Gerichten oder Weinen. Zarte Geschmacksnuancen kommen dagegen am besten im Zusammenspiel mit kohlensäurearmen oder -freien Mineralwässern zur Geltung. Auch der Anlass sollte bei der Wahl des Mineralwassers eine Rolle spielen: Sportler haben zum Beispiel einen höheren Bedarf an Natrium, Chlorid, Calcium und Magnesium. Sie liegen im Mineralwasser in gelöster Form vor, und der Körper kann sie daher schnell verwerten. Auch Menschen, die keine Milchprodukte mögen, können ihren Calciumbedarf durch calciumreiche Wässer decken. Wer Magenprobleme hat, sollte zu Mineralwasser greifen, das viel Hydrogencarbonat enthält, denn es wirkt säureneutralisierend.

DLG-Test: Prüfmethode und Ergebnisse

Die steigende Angebotsvielfalt auf dem deutschen Wassermarkt spiegelt sich im DLG-Test wider. So nahmen die Wasserexperten neben den traditionellen Wasservarianten auch erstmalig aromatisierte Wässer unter die Qualitätslupe. Alle Produkte wurden nach einem produktspezifischen Qualitätsstandard bewertet, der wasseranalytische, mikrobiologische, sensorische sowie weitere verbraucherrelevante Testkriterien, wie die Deklarationsgenauigkeit, berücksichtigt. Die Besonderheit des DLG-Wassertests besteht in der Bewertung von zwei Proben unterschiedlichen Alters, wobei die erste Probe älter als drei Monate sein muss. Die Untersuchung beider Proben lässt Rückschlüsse auf die Qualitätsstabilität der Produkte über längere Zeiträume zu (z.B. CO2-Stabilität). In den umfangreichen Laboruntersuchungen wird festgestellt, ob die Wässer die hohen Anforderungen erfüllen können. Auf die Laborphase folgt die Überprüfung der Produktdeklarationen. Für die abschließende Sensorik-Prüfung hat die DLG einen Katalog produktspezifischer Merkmalseigenschaften ausgearbeitet, mit dessen Hilfe Teilqualitäten wie Aussehen, Geruch oder Geschmack überprüft werden. Fünf eigens geschulte Experten unterziehen jedes Wasser einer produktspezifischen sensorischen Analyse. Aus dem sensorischen Wert und den analytischen Ergebnissen wird dann das Gesamturteil ermittelt, das für die DLG-Prämierung ausschlaggebend ist.

Von den 77 getesteten Produkten erhielten 57 eine goldene, 5 eine silberne und ein Wasser eine bronzene DLG-Prämierung. Abzüge in der Qualitätsbewertung gab es bei einigen Mineralwässern in PET-Flaschen aufgrund eines zu hohen CO 2-Verlusts. Auf Anhieb konnten die aromatisierten Wässer im Test überzeugen. Die DLG-Experten bescheinigten allen fünf getesteten Produkten eine gute bis sehr gute Qualität.

Auf was der Verbraucher beim Kauf von Wasser achten sollte

Das Etikett auf der Wasserflasche ist die Visitenkarte des Mineralwassers. Hier sollte der Verbraucher alle relevanten Informationen für die Wahl seines Produktes finden. Die DLG kontrolliert in ihren Qualitätstests deshalb auch die Deklarationsgenauigkeit auf den Produkten. Zu den notwendigen Angaben auf dem Etikett zählen unter anderem der Name der Quelle, der Ort der Quellnutzung, die Kohlensäuredeklaration und das Behandlungsverfahren, alle relevanten Analysewerte (z.B. die Angabe des Fluoridgehalts) sowie das Mindesthaltbarkeitsdatum. Mineralwasser sollte wie fast alle Getränke kühl und trocken gelagert werden. Sonne und Wärme beeinträchtigen die Qualität. Natürliches Mineralwasser lässt sich in der Regel mehrere Jahre lagern, ohne dass geschmackliche Veränderungen auftreten. Für eine längere Lagerung sind jedoch Glasflaschen besser als Flaschen aus Kunststoff geeignet. Aus den so genannten PET-Flaschen kann bei längerer Lagerung Kohlensäure schneller entweichen. Bei unsachgemäßer Lagerung können auch Geruchsstoffe durch das Material in das Wasser dringen.

 
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