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Überzeugender Genuss
DLG testete 648 Biere – Experten bestätigen hohes Qualitätsniveau
Deutsche Biere sind von einem hohen Genusswert und hoher Qualität. Das ist das zentrale Ergebnis des aktuellen DLG-Tests für Biere und Biermischgetränke. Das Testzentrum Lebensmittel der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) nahm insgesamt 648 Biere aus 176 Brauereien unter die Qualitätslupe. In dreimonatigen Tests testeten die Experten die Biere im Labor und in sensorischen Verkostungen. 377 Biere erhielten eine Goldmedaille. Alle Ergebnisse sind im Internet unter www.DLG.org/biertest veröffentlicht.
Nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 stellt Bier ein Produkt dar, das ausschließlich aus den natürlichen Rohstoffen Wasser, Malz und Hopfen hergestellt wird. Da nachwachsende Rohstoffe, wie Gerste bzw. Weizen und Hopfen, natürlichen Schwankungen ausgesetzt sind, erfordert es ein hohes Maß an Qualitätskontrolle, um aus jenen Rohstoffen ein Endprodukt mit immer gleichbleibender Qualität herstellen zu können. Das Testzentrum Lebensmittel prüft deshalb jedes Jahr in aufwendigen Verfahren die Qualität von Bieren und Biermischgetränken. Getestet werden die Biere in einem analytischen und einem sensorischen Teil. Für die Prüfung wird das „5-Punkte-Schema“ der DLG verwendet, wobei 5 Punkte für absolute Fehlerfreiheit vergeben werden.
Testkriterien In Laboruntersuchungen wurden eine Bieranalyse und eine Prüfung der biologischen Haltbarkeit durchgeführt. In der Bieranalyse wurden die Stammwürze, die Haltbarkeit des Schaums, die Farbe, der Trübungsgrad sowie der Kohlendioxid- und Ethanolgehalt des Bieres kontrolliert. In den abschließenden sensorischen Tests bewerteten die Experten, ob das Endprodukt in seinen geruch- und geschmacklichen Eigenschaften typisch für die Biersorte ist. In der sensorischen Qualitätsbewertung wird der so genannte Genusswert ermittelt, der für die Verbraucherakzeptanz eines Produktes entscheidend ist.
Sensorische Abweichungen Geruch und Da Bier als rein natürliches Produkt keine zugesetzten Stabilisatoren enthält, können Temperatur-, Sauerstoff- und Lichteinwirkung zu deutlichen Qualitätsminderungen während der Lagerung führen. Auch die Wahl der Verpackungsmaterialien kann Einfluss auf die Produktstabilität haben. Da einige bieruntypische Verbindungen sehr geruchsaktiv sind und entsprechend niedrige Geruchsschwellen besitzen, genügen geringste Konzentrationsänderungen der Substanzen, um spürbare sensorische Abweichungen zu bewirken. Dabei ist der Mensch für die sensorische Bewertung oft immer noch das geeignetste und sicherste Püfmedium. Als Beispiel ist hier der sogenannte „Lichtgeschmack“ zu nennen, bei dem das Bier durch Lichteinfluss geruchlich und geschmacklich durch eine Veränderung der Hopfenbitterstoffe leidet. Während die dafür verantwortliche Substanz vom menschlichen Geruchssinn trotz ihrer extrem niedrigen Konzentration sehr leicht wahrgenommen werden kann, ist ein analytischer Nachweis oft nur sehr schwierig und aufwendig durchführbar. Die Ursache für diesen Fehlgeschmack ist die Verwendung von Glasmaterialien als Flaschengebinde, die das Licht ungefiltert durch die Glaswandung passieren lassen, wodurch letztendlich das Bier sensorisch leiden kann.
Insgesamt wurden beim aktuellen DLG-Test in weniger als 3 Prozent aller getesteten Biere Off-Flavour-Noten bemängelt, die alleinig zu einer Nichtprämierung des Produktes führten. Diese beschränkten sich größtenteils auf eine zu schnelle Alterung dieser Biere, die meist auf einen zu hohen Sauerstoffeintrag in das Bier während der Produktion und damit auf eine zu schnelle Oxidation der Bierinhaltsstoffe zurückzuführen ist. Gärungsfehler konnten nur in sehr seltenen Fällen festgestellt werden und gehören eher zu den Ausnahmeerscheinungen. Mikrobiologisch bzw. durch Bierschädlinge verursachte Off-Flavour-Noten traten nur in wenigen hefetrüben Weißbieren in Erscheinung. Den an der Qualitätsprüfung teilnehmenden Brauereien ist es gelungen, die hohe sensorische Qualität ihrer Produkte unter Beweis zu stellen, was sich in der Vielzahl der Prämierungen widerspiegelt.
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