DLG-SeminarSpezial „Fisch vom Hof?“ stößt auf große Resonanz
Kontrollierte Fischerzeugung in standortunabhängigen Kreislaufanlagen - Theoretisches Grundlagenwissen und praktischer Anschauungsunterricht - Weitere Termine festgelegt
Die DLG kann für ihr neues SeminarSpezial „Fisch vom Hof?“ ein außerordentlich großes Interesse verzeichnen. Die ersten beiden Termine waren restlos ausgebucht. Im Rahmen des DLG-Seminars werden in einem theoretischen Teil zunächst die allgemeinen Rahmenbedingungen der kontrollierten Nutztierhaltung in Wasser vorgestellt. „Der größte Unterschied im Vergleich zu bekannten Haltungssystemen für Rind, Schwein und Huhn liegt in der Haltungsumgebung Wasser“, so Dr. Birgit Schmidt-Puckhaber vom DLG-Fachzentrum Landwirtschaft bei der ersten Seminardurchführung im niedersächsischen Badbergen. Die DLG-Fachfrau wies vor den Seminarteilnehmern darauf hin, dass bei der Fischzucht nicht der Platz limitierend sei, sondern dass der im Wasser vorhandene Sauerstoff die Produktion beeinflusse. Außerdem werde die Haltungsumgebung Wasser entscheidend von der Fütterung beeinträchtigt. So würden Futterüberschüsse zwangsläufig zu einer Verschlechterung der Wasserqualität und damit zu geringeren Zunahmen führen.
Des Weiteren erhielten die Seminarteilnehmer ausführliche Informationen zu optimalen Haltungsumgebungen. Dr. Andreas Müller-Belecke vom Institut für Binnenfischerei in Potsdam-Sacrowin betonte, dass der Stoffwechsel der wechselwarmen Fische keine zusätzliche Energie für die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur aufwenden muss. Daher könne die Futterverwertung bei Setzlingen schon mal unter 1 liegen, das heißt, weniger als 1 kg Trockenfutter für 1 kg Fischmasse. „Voraussetzung für den erfolgreichen Betrieb einer Kreislaufanlage ist das Verständnis der Zusammenhänge bei der Wasserführung, Wasseraufbereitung und Wiederverwendung“. Darauf wies Dr. Frank Rümmler hin, der auch am Institut für Binnenfischerei in Potsdam-Sacrowin tätig ist. „Da bei der Wasserreinigung in den biologischen Filtereinrichtungen Stickstoff abbauende Bakterien die Hauptarbeit leisten, versteht es sich von selbst, dass Zusatzstoffe oder Antibiotika als Therapeutika in Kreislaufsystemen tabu sind“, betonte Prof. Dr. Kurt Schreckenbach vom Landesfischereiverband Berlin/Brandenburg in seinem Beitrag über Hygiene und Gesundheit - Basis für Wachstum. Seiner Meinung nach geht es vielmehr darum vorzubeugen, statt zu behandeln. Zum Abschluss erläuterte Volkmar Hinz von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen den Teilnehmern, welche Genehmigungen für den Betrieb einer Fischfarm erforderlich sind und welche Förderungsmöglichkeiten bestehen.
Im Anschluss an den theoretischen Seminarteil wurden Fischbecken, Filtersysteme sowie die Fütterung und die Filetierung von Welsen der Ahrenhorster Edelfisch-Anlage von Hermann Otto Lübker in Augenschein genommen. Der Betriebsleiter informierte dabei ausführlich über die Erfordernisse für den Betrieb seiner Fischanlage, erläuterte Faktoreneinsatz, Aufwendungen sowie Erlöse und beschrieb seine Vermarktungswege.
Großes Interesse bestand bei den Teilnehmern auch daran, wie Wärme aus Biogasanlagen in Fischzuchtsysteme eingebracht werden kann. Dieses Thema wurde im Rahmen der zweiten Seminardurchführung auf dem Betrieb der Fischzucht Pinnow von der Landgenossenschaft Pröttlin mitdiskutiert. In diesem Betrieb werden derzeit 30 Jahrestonnen Afrikanische Welse in einer geschlossenen Warmwasser Kreislaufanlage produziert, die mit Wärme aus der 500 kW Biogasanlage gespeist wird.
Auf Grund der großen Nachfrage bietet die DLG-Akademie jetzt zwei weitere Seminartermine zum Thema „Fisch vom Hof?“ an, am 14. Mai 2008 in Badbergen mit Betriebsbesichtigung der Welsfarm Ahrenhorster Edelfisch und am 11. Juni 2008 in Ludwigslust mit Betriebsbesichtigung der Welsfarm der Landgenossenschaft Pröttlin.
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