DLG e.V. - Bodenerosion (DLG-Nachhaltigkeitsbericht 2016)

Fehlende Indikatoren DLG-Nachhaltigkeitsbericht 2016

Bodenerosion

Böden erfüllen eine Vielzahl von Aufgaben. Sie binden Nährstoffe, gehören zu den größten Speichermedien für Kohlenstoff auf der Welt, reinigen und speichern Wasser und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz. Ein Boden ohne Bewuchs ist allerdings der Energie von Wasser und Wind ungeschützt ausgesetzt. Starke Niederschlagsereignisse oder kräftige Winde können zu Bodenerosion von Ackerland führen. Deutschland verfügt über eine Ackerfläche von 11,8 Mill. Hektar. Davon sind 25 Prozent durch Winderosion gefährdet. Ein Drittel der gesamten Ackerfläche weist eine mittlere bis sehr hohe Gefährdung durch Wassererosion auf. Die Erosion durch Wasser führt zu einem Verlust der fruchtbaren Ackerkrume an Humus und Nährstoffen, verringert dadurch die Ertragsfähigkeit und ist nicht umkehrbar. Die Bundesländer sind auf Grund ihrer naturräumlichen Gegebenheiten unterschiedlich von der Boden-erosion betroffen. So liegen große Anteile der von Winderosion gefährdeten Flächen in den norddeutschen Bundesländern, während in Süddeutschland und den Mittelgebirgslagen die Gefährdung durch Wassererosion vorherrscht. Für die Bodenerosion durch Wasser ist Niederschlag der prozessauslösende Faktor, wobei Niederschlagsmengen von ≥10 mm Gesamtregenhöhe oder Regenfälle mit einer Intensität von ≥10 mm/h bereits als erodierend angesehen werden (Rogler und Schwertmann, 1981). Langjährige Bodenerosionsbeobach-tungen in Niedersachsen (2000–2008) kommen zu dem Ergebnis, dass Bodenabträge durch Niederschläge nicht an starke Hangneigungen gebunden sind, eher ist eine große Hanglänge in den meisten Fällen vorliegend. So können Gefällewerte ab 3 % bereits zu beträchtlichem Bodenabtrag führen.

Die Landwirte sind durch das Bundesbodenschutzgesetz verpflichtet, im Rahmen der guten fachlichen Praxis Vorsorge gegen das Entstehen schädlicher Bodenveränderungen zu treffen und eine standortangepasste, die Witterung berücksichtigende Bodenbearbeitung durchzuführen. Hierzu hat der Landwirt verschiedene, standortangepasste Mög-lichkeiten wie z. B. Windgehölzanpflanzungen, Bodenbearbeitung quer zur Hanglage, Zwischenfruchtanbau, Bodenbedeckung > 50 %, Erhöhung des Humusgehalts mit dem Aufbau stabiler Ton-Humus-Komplexe und verschiedene Formen der konservierenden Bodenbearbeitung.

Erstmalig wurde mit der Landwirtschaftszählung 2010 die Art der Bodenbearbeitung in Deutschland erfasst. Demnach wurden 37,6 % der Ackerfläche mit einem konservierenden Bodenbearbeitungsverfahren und 1,2 % mit Direktsaat (ohne Bodenbearbeitung) bewirt-schaftet. Auf erosionsgefährdeten Flächen leisten die Landwirte durch die Wahl ihrer Bodenbearbeitung einen wesentlichen Beitrag gegen Bodenabtrag und diffusen Stoffeintrag von Pflanzenschutz- und Düngemitteln in Oberflächengewässer.

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