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Trockenperiode nutzen, um Eutererkrankungen auszuheilen

Die Eutergesundheit immer im Blick, Teil VI – Das EuroTier-Special „Euter – Gesund durchs Jahr“ bietet praktische Lösungsansätze und Empfehlungen

(DLG). Die Trockenperiode bietet große Chancen, um Eutererkrankungen auszuheilen. Ob die Trockenperiode erfolgreich genutzt wird, darüber informiert die Kennzahl über die Heilungsrate im neuen Eutergesundheitsbericht der Landeskontrollverbände. Sie bietet eine wichtige Hilfestellung bei der Entscheidung für das adäquate Trockenstellregime.
 
Bestimmung der Heilungsrate
Die Heilungsrate in der Trockenperiode erfasst die Tiere, die ihren Zellgehalt während der Trockenperiode von über 100.000 Zellen/ml auf unter 100.000 Zellen/ml verbessert haben. Eine durchschnittliche Heilungsrate auf Betriebsebene liegt bei knapp 56 Prozent. Spitzenbetriebe erreichen Werte von >75 Prozent, vereinzelt sogar von 100 Prozent!
 
Folgende Formel weist die Heilungsrate über die Trockenperiode im Bestand aus:
 
Heilungsrate (%) = a : b x 100
 
a = Anzahl der Tiere, die mit > 100 000 Zellen/ml trockengestellt wurden und in der ersten Milchleistungsprüfung (MLP) nach der Kalbung < 100 000 Zellen/ml hatten.
 
b = Anzahl der mit > 100 000 Zellen/ml trockengestellten Tiere.
 
Ist die Heilungsrate über die Trockenperiode zu niedrig, muss den Haupteinflussfaktoren auf den Grund gegangen werden: Werden zum Erregerspektrum passende antibiotische Trockensteller eingesetzt? Wie gut ist das Trockenstellmanagement? Sind zu viele chronisch kranke Tiere oder gar unheilbar kranke Tiere im Bestand? Werden die richtigen Merzungsentscheidungen getroffen, um den Infektionsdruck zu senken?
 
Das sagen Experten zur Heilungsrate in der Trockenperiode
Cord Lilie, Milchviehhalter aus Stemwede (Nordrhein-Westfalen), kommentiert:
„Die Heilungsrate im Trockenstand wird auf unserem Betrieb alle vier Wochen nach der Milchkontrolle ausgewertet. Durch die Heilungsrate erhalten wir Auskunft über die Qualität des Trockenstellens im Hinblick auf folgende Punkte: 1) Ist der richtige Trockensteller mit dem für unser betriebsspezifisches Erregerspektrum passenden Wirkstoff ausgewählt? 2) Haben wir die Unterbringung und Fütterung der Trockensteher so gestaltet, dass das Immunsystem der Kuh optimal arbeiten kann? Bei guten Bedingungen erreichen wir Ausheilungsraten von über 60 Prozent, wobei wir mindestens 50 Prozent erreichen wollen, sonst überprüfen wir die oben genannten Punkte.“
Alois Rehrl, Berater bei dem Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern e.V. (LKV) im Bereich Melkarbeit, meint: „Die Kennzahl gibt mir eine Übersicht, wie gut der wichtigste Bereich der Zellzahlsanierung im Betrieb funktioniert. Mit sehr niedrigen Werten lässt sich eine dauerhaft niedrige Zellzahl schwer erreichen. Hohe Werte lassen sich vor allem mit einem tierindividuell abgestimmten antibiotischen Trockenstellereinsatz und optimalen Trockenstehermanagement erreichen.“
Dr. Friederike Reinecke, Eutergesundheitstierärztin beim Regierungspräsidium Gießen, arbeitet schon seit Jahren erfolgreich mit den Kennzahlen. Sie sagt: „Die Selbstheilungsrate von Infektionen während der Trockenstehzeit liegt zwischen 20 und 50 Prozent. Ob es gelingt, diese Werte auf Betriebsebene durch ein angepasstes Trockenstehermanagement zu optimieren, lässt sich durch die Kennzahl der Heilungsrate ermitteln.“
 
Während der EuroTier vom 15. bis 18. November 2016 auf dem Messegelände in Hannover können sich Interessenten im Special „Euter – Gesund durchs Jahr“ auf über 580 m² in der Halle 12, Stand F25, über praktische Lösungsansätze und Empfehlungen zur Verbesserung der Eutergesundheit informieren. Wissenswertes zu den Kennzahlen und rund um die Eutergesundheit ist auch unter www.milchQplus.de verfügbar.
 
Weitere Informationen über das Special „Euter – Gesund durchs Jahr“ sind beim DLG-Fachzentrum Landwirtschaft erhältlich. Ansprechpartner ist Dieter Mirbach, Tel. 069/24788-312 oder E-Mail: d.mirbach@dlg.org. Informationen zur EuroTier: www.eurotier.com.
 


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