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EuroTier 2016: Impulsgeber für die Tierhaltungsbranche

Weltweites Zukunftsforum für moderne Tierhaltung - Hervorragendes Anmeldeergebnis mit mehr als 2.500 Ausstellern aus 57 Ländern – Internationaler denn je Dr. Reinhard Grandke, Hauptgeschäftsführer der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft), Frankfurt am Main

(DLG). Die weltweite Leitmesse für Tierhaltungs-Profis, die EuroTier, wird vom 15. bis 18. November auf dem Messegelände in Hannover Zukunftslösungen für die Landwirtschaft präsentieren. Dies geht aus den 251 Neuheiten hervor, die von den Ausstellern beim Veranstalter DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) angemeldet wurden. Es werden Innovationen gezeigt, die den Betriebserfolg nachhaltig steigern und sichern. Andererseits tragen die Lösungen dazu bei, die tier- und umweltgerechten Haltungsbedingungen sowie die Arbeitsbedingungen weiter zu verbessern. Zudem ist auf der EuroTier der weltweite Sachverstand aus Industrie, Landwirtschaft, Wissenschaft und Beratung präsent. Mit ihrem einzigartigen Informationsangebot gibt die EuroTier Orientierung für die Bewältigung der gegenwärtigen und zukünftigen Aufgaben in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung. Sie ist das weltweite Zukunftsforum für moderne Tierhaltung und der wichtigste Impulsgeber für den einzelnen Landwirt und die gesamte Branche.
 
2.523 Aussteller aus 57 Ländern werden ein vollständiges Angebot rund um die moderne Tierhaltung bieten. Damit kann für die EuroTier ein neuer Anmeldehöchststand verzeichnet werden. Das Anmeldeergebnis liegt um rund vier Prozent über dem bisherigen Rekordergebnis vor vier Jahren. Auch die Ausstellungsfläche hat mit mehr als 280.000 m2 Hallenfläche einen neuen Höchststand erreicht. Die Tierhaltungs-Profis aus aller Welt erhalten somit ein noch größeres Informationsangebot als bisher.
 
Überragende Beteiligung aus dem Ausland
Das Ausstellerwachstum kommt ausschließlich aus dem Ausland. Mit 1.453 Unternehmen (58 Prozent) ist das Ausland so stark vertreten wie nie zuvor. Die meisten Auslandsaussteller kommen aus den Niederlanden (231 Unternehmen). Große Beteiligungen sind auch aus China (179), Frankreich (148), Italien (133), Dänemark (86), Spanien (78), Großbritannien (69), Türkei (62), Belgien (55), Österreich (54) und Polen (47) zu verzeichnen. Die DLG sieht in der hohen AuslandsbeteiIigung ein deutliches Signal für die weiterhin globale Ausrichtung der Unternehmen und der Agrarwirtschaft mit ihren weltweiten Verflechtungen. Die Unternehmen wollen die Plattform EuroTier gezielt dazu nutzen, um neue Märkte zu erschließen.
 
Hoher Informationsbedarf bei Tierhaltern
Der Informationsbedarf der Tierhalter ist ungebrochen hoch. Die Betriebsleiter und Herdenmanager der Betriebe brauchen modernste und professionelle Konzepte, um ihre Betriebe zukunftsfähig auszurichten. Dies gilt für alle Fragen der Tierzucht, der Fütterung, der Haltung, des Managements, der Logistik und insbesondere auch für Fragen der Tiergesundheit und des Tierschutzes. Gefragt sind Lösungen zur Effizienzsteigerung entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Produktion bis zum Endprodukt. In zahlreichen Fachvorträgen und Diskussionsrunden werden hierzu auf der EuroTier neueste Erkenntnisse und Lösungswege an allen Ausstellungstagen diskutiert. Da der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) seinen Jahreskongress wieder zeitlich überlappend mit der EuroTier auf dem Messegelände in Hannover durchführt, wird es in Fragen der Tiergesundheit zu einem intensiven Meinungs- und Erfahrungsaustausch zwischen Tierärzten und Landwirten aus aller Welt kommen.
 
Herausforderung Ernährung
An der Herausforderung, künftig zehn Mrd. Menschen zu ernähren – mit Lebensmitteln in ausreichender Menge und Qualität – hat sich ebenso wenig etwas geändert, wie an der zunehmenden Nachfrage nach Agrarprodukten für energetische und stoffliche Zwecke. Die Verdopplung der globalen Nachfrage nach Agrarprodukten, nach food, fuel und fibre in den kommenden Jahrzenten ist bekannt und bleibt die Herausforderung für die Agrarwirtschaft. Dieser Herausforderung kann nur eine moderne Landwirtschaft begegnen, die technologische Innovationen und Methoden anwendet und deshalb in der Lage ist, den knappsten aller Faktoren, die fruchtbare Acker- und Grünlandfläche, effizient zu nutzen und zugleich Belastungen für die Umwelt zu minimieren.
 
Stimmung in der europäischen Landwirtschaft anhaltend verhalten
Landwirte in Deutschland beurteilen die aktuelle Geschäftslage weiterhin verhalten. Dies zeigen vorläufige Ergebnisse des aktuellen DLG-Trendmonitors vom Herbst 2016. Zwar haben sich die Preise für Schlachtschweine deutlich erholt, jedoch kommen die Schweinehalter aus einer gut einjährigen Phase niedriger Preise. Milchviehhalter befinden sich weiterhin in einer schwierigen Preissituation, in der die Sicherung der Liquidität im Vordergrund steht. Marktfruchterzeuger müssen sich auf eine Niedrigpreisphase einstellen, da die global umfangreiche Getreideernte, insbesondere in der Schwarzmeerregion, zu Preisdruck führt. Vor diesem Hintergrund beurteilen die Landwirte in Deutschland, Frankreich und Polen die aktuelle Geschäftslage weiterhin verhalten. Hingegen sind die Landwirte in Großbritannien zufriedener mit der Geschäftslage als noch im Frühjahr 2016.
 
Landwirte in Großbritannien wieder zuversichtlicher
Wie der DLG-Trendmonitor weiter zeigt, haben Landwirte in Deutschland und Polen weiterhin verhaltene Erwartungen an die Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten. Die Erwartungen der Landwirte in Frankreich haben sich deutlich verschlechtert. Die dort zu verzeichnende weit unterdurchschnittliche Ernte sorgt für sinkende Einnahmen, insbesondere aus dem Getreideexport. Darüber hinaus ist die wirtschaftliche Lage der Milchvieh- und Schweinehalter weiterhin angespannt.
 
Die Landwirte in Großbritannien sind deutlich zuversichtlicher für die weitere Geschäftsentwicklung. Mit der Brexit-Entscheidung verbinden sich Hoffnungen auf ein Wirtschaften unter weniger Vorgaben, auch wenn die finanzielle Ausstattung einer renationalisierten Agrarpolitik unsicher ist.
 
Rückläufige Investitionsbereitschaft in Deutschland, Frankreich und Polen
Landwirte in Deutschland, Frankreich und Polen wollen in den kommenden zwölf Monaten weniger investieren. Anders die Lage in Großbritannien: Die Investitionsbereitschaft legt um acht Prozentpunkte auf aktuell 32 Prozent zu. In Deutschland schränken gegenüber der Frühjahrsbefragung die Schweinehalter Investitionen (minus sieben Prozent), die Marktfruchterzeuger (minus sieben Prozent) und die Milchviehhalter (minus drei Prozent) ein.
 
Während Milchviehhalter in Großbritannien (plus zehn Prozent) mehr investieren wollen, schränken Milcherzeuger in Frankreich ihre Investitionen weiter ein (sieben Prozent). Fast stabil gegenüber der Frühjahrsbefragung ist die Investitionsbereitschaft der Milcherzeuger in Polen. Insgesamt bleibt die Investitionsbereitschaft der Milcherzeuger im Vergleich der letzten Jahre unterdurchschnittlich, denn die aktuelle Marktlage lässt kaum Spielräume für Investitionen zu. Zwar scheint die Talsohle bei den Milchauszahlungspreisen erreicht, bis jedoch kostendeckende Auszahlungspreise erreicht sind, müssen sich die Milchviehhalter auf weitere Monate mit einem niedrigen Preisniveau einstellen.
 
Unterschiedlich ist die Investitionsbereitschaft auch bei den Schweinehaltern: Während die Investitionsneigung in Großbritannien um plus19 Prozent auf nun 40 Prozent zugenommen hat, reduzieren Schweinehalter in Polen ihre Investitionsabsichten um zwei Prozent auf nun 37 Prozent. Schweinehalter in Deutschland reduzieren die Investitionen um minus drei Prozent auf 38 Prozent, und nur noch 15 Prozent der französischen Schweinehalter (minus zehn Prozent) wollen investieren. Nach dem Preistief 2015/2016 sind zuletzt die Schweinepreise deutlich gestiegen. Dennoch stehen gegenwärtig die Sicherung der Liquidität und der Aufbau von Liquiditätsreserven im Fokus der Betriebsleiter. Darüber hinaus besteht große Unsicherheit durch die laufende kontroverse Diskussion um die Weiterentwicklung von Standards beim Tierwohl und die noch nicht beendete Diskussion der Düngeverordnung. Landwirte in Großbritannien erhoffen sich durch den Brexit bessere Bedingungen für die Erzeugung im Inlandsmarkt.
 
Marktfruchterzeuger reduzieren ihre Investitionen
Die Marktfruchterzeuger reduzieren in allen Ländern ihre Investitionen. Wie der DLG-Trendmonitor zeigt, sinkt die Investitionsbereitschaft in Deutschland um sieben Prozent auf 30 Prozent, in Großbritannien um drei Prozent auf 28 Prozent, in Frankreich um sechs Prozent auf acht Prozent und in Polen um drei Prozent auf 36 Prozent. Nach den komfortablen Preisniveaus der letzten Jahre für Getreide und Ölsaaten sind die Preise für Weizen seit Ende des Jahres 2011 erstmals dauerhaft unter die Preismarke von 180 €/t gesunken. In dem insgesamt niedrigen Preisniveau haben die Marktfruchterzeuger Hoffnung, für Qualitätsgetreide Preisaufschläge erzielen zu können, da Qualitätsgetreide insgesamt knapp ist. In dieser Preissituation bereiten sich auch die Marktfruchterzeuger auf die Sicherung der betrieblichen Liquidität vor. Zudem haben die Marktfruchterzeuger in den letzten Jahren teils umfangreiche Investitionen vorgenommen und die Maschinenausstattung erneuert, so dass der Investitionsbedarf aktuell eher als gering einzuschätzen ist.
 
Gesellschaftliches Umfeld spielt zunehmend bedeutende Rolle
Neben den an Angebot und Nachfrage orientierten Marktrahmenbedingungen spielt das gesellschaftliche Umfeld der Tierproduktion eine immer bedeutendere Rolle für die Entwicklung und Umsetzung der Betriebsstrategien der Tierhalter. Nach den aktuellen Zahlen des DLG-Trendmonitors Europa vom Herbst 2016 steht für die Betriebsleiter insbesondere in Deutschland die Verbesserung der Tiergerechtheit der Haltungssysteme im Fokus. Darüber hinaus erachten sie Innovationen in Techniken zur bedarfsgerechten Gülleausbringung sowie in Verfahren zur Bestimmung des Nährstoffgehaltes von Gülle als besonders wichtig. Ziel ist es, Nährstoffe aus Wirtschaftsdüngern effizienter und mit weniger Verlusten auszubringen und damit die Wirtschaftlichkeit der Wirtschaftsdüngernutzung sowie die Umweltwirkungen zu verbessern.  
 
EnergyDecentral 2016
Rund 330 Spezialaussteller werden an der EnergyDecentral 2016, der internationalen Fachmesse für innovative Energieversorgung, teilnehmen. Dies entspricht einer leichten Abnahme gegenüber 2014. Die Zahl landwirtschaftlicher Biogasanlagen wächst gegenwärtig unter den gegebenen politischen Rahmenbedingungen nur noch wenig. Dennoch existiert allein in Deutschland eine enorme Anzahl an produzierenden Anlagen, die in den kommenden Jahren einen beständigen Beitrag zur regenerativen Energieerzeugung leisten wird. Optimierung, Repowering sowie Betrieb der Anlagen stehen klar im Fokus. Daneben ist im internationalen Umfeld das Interesse an Biogas ungebrochen. Für den Bereich gibt es zudem weltweit ein hohes Potenzial im Bereich Abfallmanagement, und zahlreiche innovative Entwicklungen erzielen Fortschritte bei der Verwendung alternativer Substrate. Stroh, Bagasse oder Reste der Lebensmittelindustrie sind hier zu nennen.
 
Guter Besuch erwartet
Die EuroTier ist die weltweite Leitmesse für die Tierhaltungs-Profis. Mit ihrem hervorragenden und in der Dichte einzigartigen Informationsangebot wird sie Orientierung für die Tierhalter aus aller Welt geben. Die DLG rechnet in diesem mit einem ähnlichen Besucheraufkommen wie 2014, wo rund 156.000 Fachleute die EuroTier besucht hatten.
 
 


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