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Die Eutergesundheit immer im Blick - Teil II

Neuinfektionsrate in der Laktation – Schwachstellen erkennen und Maßnahmen einleiten – Das EuroTier-Special „Euter – Gesund durchs Jahr“ bietet praktische Lösungsansätze und Empfehlungen

(DLG. Für ein gutes Eutergesundheitsmanagement ist es von entscheidender Bedeutung, die Infektionsdynamik innerhalb einer Herde im Blick zu behalten. Die Neuinfektionsrate in der Laktation spiegelt genau dies wider, indem sie den Anteil der Kühe beschreibt, deren Zellgehalt sich von der vorangegangenen zur aktuellen Milchleistungsprüfung (MLP) verschlechtert hat:

Neuinfektionsrate (%) = a : b x 100

a = Anzahl der Tiere, die in der vorangegangenen MLP ≤ 100000 Zellen / ml hatten und in
      der aktuellen MLP > 100.000 Zellen / ml aufweisen.
b = Anzahl der Tiere mit  ≤ 100000 Zellen / ml in der vorangegangenen MLP
 
Mögliche Ursachen für hohe Neuinfektionsraten können innerbetriebliche Risiken sein, die sich akut von einer zur nächsten MLP zeigen oder langfristig einen Einfluss auf bestimmte Laktationsstadien haben. Daher wird die Neuinfektionsrate sowohl monatlich als auch nach Laktationstagen berechnet. So kann zum Beispiel festgestellt werden, ob eine aktuell veränderte Ration oder speziell die Gruppe der frischlaktierenden Tiere Probleme bereiten und für erhöhte Zellzahlen verantwortlich sind.
 
Eutergesundheitsprobleme in der Laktation bedeuten einen hohen finanziellen Verlust für den Betrieb. Mit der Kennzahl zur Neuinfektionsrate werden Schwachstellen deutlich und Maßnahmen können eingeleitet werden.
 
Expertenmeinungen zur Neuinfektionsrate in der Laktation:
Alois Rehrl, Melkberater beim Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern e.V., erklärt: „Die Kennzahl gibt mir eine Übersicht, wann genau die Ursache der Eutergesundheitsprobleme aufgetreten ist und wie lange sie angehalten hat. Für mich bedeutet ein niedriger Wert, dass ich keine wesentlichen Änderungen im Bereich Haltung, Fütterung und Melken empfehlen muss, sondern die Ursache einer erhöhten Zellzahl vermutlich in einer inkonsequenten Sanierung liegt.“
 
Dr. Joachim Kleen, Fachtierarzt für Rinder und Berater bei Cow Consult in Uplengen-Jübberde sagt: „Die Neuinfektionsrate ist ein empfindlicher Wert, der sehr genau zeigt, ob von Monat zu Monat mehr oder weniger Tiere ein Problem entwickeln. Insofern ist dies der zentrale Parameter, den Betrieb und Berater im Blick haben müssen. Hier werden Veränderungen sofort und unverzerrt abgebildet.“
 
Andreas Pelzer, Leiter des Sachbereiches Rinderhaltung im Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Düsse, kommentiert: „Die Neuinfektionsrate in der Laktation spiegelt die aktuelle Entwicklung in der Eutergesundheit wider. Aufgrund der Veränderungen können zeitnah Ursachen aufgespürt und abgestellt werden. Konkret sind Veränderungen im Stallmanagement, in der Fütterung und der Hygienesituation zu beachten. Auch klimatechnische oder jahreszeitliche Einflüsse sind zu überprüfen.
 
Während der EuroTier vom 15. bis 18. November 2016 in Hannover können sich Interessenten im Special „Euter – Gesund durchs Jahr“ in der Halle 12 auf dem Stand F25 über praktische Lösungsansätze und Empfehlungen zur Verbesserung der Eutergesundheit informieren.
 
Weitere Informationen über das Special „Euter – Gesund durchs Jahr“ sind beim DLG-Fachzentrum Landwirtschaft erhältlich. Ansprechpartner ist Dieter Mirbach, Tel. 069/24788-312 oder E-Mail: d.mirbach@dlg.org. Informationen zur EuroTier: www.eurotier.com.
 
 


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