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Schweineproduktion Made in Ireland

350 Teilnehmer des EPP-Kongresses in Dublin (Irland) diskutierten aktuelle Fragen der Schweineproduktion

(EPP). Die spürbar gestiegene Nachfrage nach tier- und umweltgerecht erzeugtem Schweinefleisch führte in den letzten zwölf Monaten zu erheblichen Kostensteigerungen auf den Betrieben in Europa, die sich allerdings nur teilweise in höheren Erlösen niedergeschlagen haben. In dieser angespannten Situation sind betriebsindividuelle Konzepte erforderlich, um den Betrieb weiterzuentwickeln. Horizontale oder gar vertikale Integration, wie sie auch in Irland durchgeführt wird, kann für einige - sicher nicht für alle - Schweinehalter eine Lösung sein. Daher rief EPP-Präsident Erik Thijssen die 350 Teilnehmer des 26. Kongresses der Europäischen Schweineproduzenten (European Pig Producers Club/EPP), der vom 25. bis 27. Mai in Dublin dazu auf, sich aktiv an der Diskussion über „Weniger ist Mehr“ zu beteiligen.
 
Für Robert Hoste, Agrarökonom von der Universität Wageningen in den Niederlanden, würde eine Reduktion der Sauenzahl in der EU um 2 bis 2,5 Prozent pro Jahr für langfristig stabile Märkte sorgen. Den Grund für diese These sieht er vor allem in den jährlichen Produktivitätssteigerungen, welche letztlich zu einem (zumindest partiellen) Überangebot bei schrumpfendem Verbrauch führt. Die ausschließliche Fokussierung auf den Export sieht er langfristig aufgrund der risikobehafteten Wechselkursschwankungen sowie der Abhängigkeit vom Ölpreis kritisch.
 
Interessiert hat die Teilnehmer auch die Einschätzung der Experten, welche Auswirkungen ein „Brexit“ auf die Produktion in Irland und Europa hätte. Auch die anwesenden britischen Teilnehmer waren sich am Ende einig, dass ein möglicher Austritt Großbritanniens aus der EU negative Folgen hätte. Das gleichlautende Credo am Ende lautete daher „UK should stay in the EU“.
 
Die etwa 150.000 Sauen in Irland teilen sich auf 279 integrierte Farmen auf, die im geschlossenen System arbeiten. Diese professionellen Betriebe halten somit im Schnitt ca. 540 Sauen und produzieren etwa 65.000 Schlachtschweine pro Woche. Aufgrund der Ebermast - die Eberferkel werden in Irland nicht kastriert - haben die Schweine ein durchschnittliches Schlachtgewicht (SG) von 83 kg. Bei einer Futterverwertung von 1:2,43 und täglichen Zunahmen von 694 Gramm werden die Produktionskosten auf 1,53 Euro/kg SG beziffert. Einige Betriebe konnten die Teilnehmer im Rahmen der Exkursionen besichtigen und mit den Betriebsleitern deren Erfahrungen austauschen.
 
60 Prozent der produzierten Schweinefleischmenge in Irland geht in den Export, vornehmlich nach England. Die inländische Vermarktung über ein spezielles „Branding“ wurde gemeinsam mit dem Einzelhandel in Irland entwickelt und hat sich mittlerweile auch für den Export bewährt. „Brand Ireland“ steht für lokale und qualitätsgeprüfte Produktion mit 100-prozentiger Rückverfolgbarkeit und einem Bekanntheitsgrad von 93 Prozent beim Verbraucher. Die Investition in Verbrauchervertrauen hat sich nach Ansicht der irischen Referenten gelohnt. Dennoch sind auch hier weitere Innovationen nötig, um das Vertrauen auch langfristig zu sichern.
 
Der EPP-Congress findet jährlich an wechselnden Standorten statt und richtet sich vornehmlich an die 500 Mitglieder des Vereins. Das nächste Treffen findet 2017 in Norwegen statt.
 
Interessenten erhalten weitere Informationen im Büro der European Pig Producer (EPP), c/o DLG e.V., Eschborner Landstr. 122, 60489 Frankfurt am Main. Ansprechpartner ist Sven Häuser, Tel.: 069/24788-32 oder E-mail: epp@DLG.org.
 
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    Trotz angespannter Erlössituation auf vielen europäischen Schweinebetrieben konnte EPP-Präsident Erik Thijssen in seiner Eröffnungsrede zum EPP-Congress 350 Teilnehmer begrüßen.
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