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Gülle und Gärreste effizient einsetzen

Sich auf strengere Vorgaben bei der Pflanzenernährung einstellen – Verwendung von Nährstoffüberschüssen aus Veredlungsregionen in Ackerbauregionen – Moderne Ausbringungstechnik einsetzen – DLG richtet Special auf den DLG-Feldtagen ein – DLG-Vorstandsmitglied Philipp Schulze Esking vor der Presse in Haßfurt

(DLG). Mit der Novellierung der Düngeverordnung werden schon bald höhere Ansprüche an die Nährstoffeffizienz bei der Düngung mit Gülle und Gärresten gestellt. „Folglich müssen wir Landwirte uns auf strengere Vorgaben bei der Pflanzenernährung einstellen“, erklärte DLG-Vorstandsmitglied Philip Schulze Esking, Landwirt in Billerbeck (Nordrhein-Westfalen), im Vorfeld der DLG-Feldtage am 20. April 2016 in Haßfurt. Nach Ansicht des nordrhein-westfälischen Landwirts besteht in den starken Veredlungsregionen heute kein Problem mehr mit zu hohem Wirtschaftsdüngereinsatz. Die dort anfallenden Überschüsse würden durch einen hohen Kontrolldruck und die Dokumentationsverpflichtungen gut aus den Betrieben heraus in Ackerbauregionen ohne Viehhaltung exportiert.
 
Schulze Esking sieht allerdings ein Problem im zu hohen Mineraldüngereinsatz, speziell bei Stickstoff. Hier seien intelligente Vorgaben notwendig, den mineralischen Stickstoffzukauf soweit zu begrenzen, dass die Landwirte sich gezwungen sehen, den Wirkungsgrad von Wirtschaftsdüngern zu optimieren.
 
Nährstoffanalysen zur effizienteren Ausbringung
Um die organischen Dünger noch effizienter einzusetzen, ist eine Reihe von Maßnahmen notwendig. Da die Nährstoffgehalte in der Gülle und bei den Gärresten teilweise sehr stark schwanken, ist, so Schulze Esking, eine Nährstoffanalyse vorteilhaft. Dabei könne der Ammoniumgehalt gemessen werden, welcher der Pflanze sofort zur Verfügung steht. Mobile Nährstoffmessstationen stünden den Landwirten hierfür bereits zur Verfügung. Auch hält Schulze Esking den Einsatz von Stickstoffstabilisatoren für sinnvoll. Diese würden die Möglichkeit bieten, die Ausnutzung des Stickstoffs aus Wirtschaftsdünger deutlich zu verbessern. Aus Sicht des Gewässerschutzes könnten Verluste durch Verlagerung aus dem Wurzelraum vermindert beziehungsweise zusätzliche Mineraldüngergaben reduziert werden.
 
Gezielter Düngen mit moderner Technik
Moderne Technik ist die Voraussetzung dafür, dass die Düngung nach dem Bedarf der Pflanzen erfolgen kann, die Nährstoffe gleichmäßig über die Fläche verteilt werden, dabei möglichst wenig Nährstoffe verloren gehen und wenig Geruch entsteht. Nach Auffassung von Schulze Esking besteht bei den Verfahren der Wirtschaftsdüngerausbringung in vielen landwirtschaftlichen Betrieben noch Potenzial, das sich bei entsprechender Umsetzung auch auf die Gewässerqualität und den Klimaschutz positiv auswirkt. So würden die Landtechnikhersteller mittlerweile moderne Ausbringtechniken anbieten, die einen effizienten und umweltgerechten Einsatz ermöglichen, wie zum Beispiel die Ausbringung mit Schleppschlauch, Schleppschuh bzw. verschiedenen Schlitzinjektoren (Scheiben und Streifenbodenbearbeitung „StripTill“). Weil die Anschaffung der Technik teuer ist, könnten die Landwirte überbetriebliche Angebote, zum Beispiel von Lohnunternehmern, nutzen.
 
Special „Gülle und Gärreste effizient einsetzen“
Die im Rahmen der Düngeverordnung vorgesehenen, höheren Umweltauflagen und der verbundene finanzielle Mehraufwand motivieren, nach praxistauglichen und zukunftsweisenden Lösungen zu suchen. Mit dem Special „Gülle und Gärreste effizient einsetzen“ auf dem Stand G-F202 bietet die DLG zusammen mit dem Institut für Landtechnik und Tierhaltung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (Freising) sowie mit Partnern aus der Industrie auf den DLG-Feldtagen 2016 eine Informationsplattform an. Folgende Themen stehen dabei im Fokus:
 
  • Kreislaufwirtschaft: Gülle und Gärreste als Nährstoffträger erkennen und nutzen
  • Aufbereitung: Separation von Gülle und Gärresten
  • Nährstoffanalyse: Grundlage einer effizienten Ausbringung
  • Nährstoffverluste vermeiden: Einsatz von Stickstoffstabilisatoren
  • Technische Lösungen mit wirtschaftlichem Nutzen: vom Fass über die Pumpe bis hin zum Verteilsystem
 
Als Aussteller beteiligen sich im Special „Gülle und Gärreste effizient einsetzen“:
 
  • Zunhammer GmbH mit ihrem VAN Control 2.0 (GF204)http://www.zunhammer.de/de/produkte/elektronik/van-control
  • Kotte Landtechnik GmbH & Co. KG mit ihrer mobilen Nährstoff-Messstation (GF208) http://www.garant-kotte.de/produkte/specials/nir-sensor/ueberblick/
  • SKW Piesteritz mit ihrem Stickstoffstabilisator PIADIN (GF206)https://www.skwp.de/de/produkte/beratung.html
  • Erich Stallkamp ESTA GmbH (GF196), Fritz Paulmichl GmbH (GF198), Kverneland- Veenhuis (GF200) und Lothar Becker Agrartechnik GmbH (GF194)  mit Separatoren
  • Zudem wird das im DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel in Groß-Umstadt ansässige VERA-Projekt vorgestellt (GF202). Dieses Projekt prüft Techniken zur Gülleausbringung, Abdeckungen von Güllelagern und Gülleseparatoren.
    Weitere Informationen: http://www.vera-verification.eu/de/ueber-vera/
 
Vergleich unterschiedlicher Verfahren zur Wirtschaftsdüngerausbringung
Mit einer am Institut für Landtechnik und Tierhaltung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) entwickelten Versuchstechnik lassen sich unterschiedliche Verfahren zur Wirtschaftsdüngerausbringung vergleichen. Dabei besteht die Möglichkeit, neben der herkömmlichen Breitverteilung mit Prallblech, die Düngewirkung flüssiger organischer Dünger durch die Ausbringung mit Schleppschlauch, Schleppschuh bzw. verschiedenen Schlitzinjektoren (Scheiben und Streifenbodenbearbeitung „StripTill“) zu testen. Ziel der Untersuchung ist die Bewertung der verlustmindernden Ausbringungstechnik hinsichtlich der Reduktion der Emissionen sowie eine daraus resultierende effizientere Düngewirkung. Des Weiteren sollen zusätzlich prognostizierte Vorteile solcher bodennahen Ausbringtechniken, wie geringere Futterverschmutzung und weniger Ätzschäden an den Pflanzen, überprüft werden. Auf den DLG-Feldtagen hat die LfL hierzu am Stand G-F202 eine Parzelle angelegt. Hier können sich die Besucher ausführlich über das Ergebnis der unterschiedlichen Ausbringtechniken informieren.
 
Maschinenvorführungen: „Injektionstechnik für flüssige Wirtschaftsdünger“
Die Unternehmen Duport, Fliegl, Kverneland Group Deutschland und Vogelsang führen im Rahmen der Maschinenvorführungen auf ihren Demonstrationsflächen an allen Ausstellungstagen neueste Injektionstechniken für flüssige Wirtschaftsdünger in der Zeit zwischen 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr und 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr vor.
 
An jedem Ausstellungstag wird ein ausgewähltes Thema im Rahmen einer Forumsveranstaltung im Forum 2, Stand G-E206, vertieft:
 
Dienstag, 14. Juni 2016
 
12.30 Uhr Exklusivthema zum DLG-Special Gülle und Gärreste
- Separationstechnik -
Redner:
Benjamin Budde, Erich Stallkamp ESTA GmbH; Lothar Becker, Lothar Becker Agrartechnik GmbH
Veranstalter: DLG e.V.
Mittwoch, 15. Juni 2016
 
14.30 Uhr Exklusivthema zum DLG-Special Gülle und Gärreste
- Ausbringungstechnik –

Redner: Vertreter der Unternehmen Kotte Landtechnik GmbH & Co. KG und Zunhammer GmbH
Veranstalter: DLG e.V.
 
Donnerstag, 16. Juni 2016
 
16.30 Uhr Exklusivthema zum DLG-Special Gülle und Gärreste
- Emissionsminderung –

Redner: Dr. Andreas Pacholski, deutscher Vertreter in der internationalen VERA-Kommission "Gülleausbringtechnik"
Moderation: Iris Beckert, Leitung des internationalen VERA-Sekretariats
Veranstalter: DLG e.V.
 
 


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