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Ferkelerzeuger und Mäster – gemeinsam statt einsam!

15. Konferenz zum DLG-Forum Spitzenbetriebe Schwein am 23./24. Februar 2016 in Göttingen wartete mit einer Rekordbeteiligung auf

(DLG). Trotz andauernder Tiefpreisphase, Imageverlust in Teilen der Öffentlichkeit sowie ungünstigen Rahmenbedingungen wartete die 15. Konferenz zum DLG-Forum Spitzenbetriebe Schwein am 23./24.02. 2016 in Göttingen mit einer Rekordbeteiligung auf. 170 Teilnehmer aus ganz Deutschland diskutierten im Plenum und in Arbeitskreisen schwerpunktmäßig über das Ferkel als Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Ferkelerzeuger und Mäster. Praktisch vorgestellt wurde diese Zusammenarbeit im Plenum durch zwei junge Betriebsleiter, die offen und mit gegenseitigem Respekt verhandeln und sich auch regelmäßig über Probleme im Stall austauschen.
 
Bereits bei einer DLG-Umfrage, die im Vorfeld im Kreise der Forumsmitglieder durchgeführt wurde, kristallisierte sich heraus, dass gerade die Zusammenarbeit der beiden Betriebszweige noch Potenzial mit sich bringt. Einerseits sehen 87 Prozent der Mäster und 95 Prozent der Ferkelerzeuger zukünftig die besten Marktchancen für den Ein- und Verkauf von Ferkeln bei einer guten Direktanbindung zueinander. Andererseits gaben aber 30 bis 40 Prozent der Betriebe an, noch nie im Stall ihres Marktpartners gewesen zu sein.
 
Die Ferkelqualität definieren die Betriebe in erster Linie über den Gesundheitsstatus, die Futterverwertung und die täglichen Zunahmen. Handling, Fundament und Ausschlachtung wurden etwas nachrangiger genannt. Zwei bis zehn Prozent der Ferkel dürfen für das Gros der befragten Betriebe Abweichungen von der definierten Qualität aufweisen, welche dann mit einem pauschalen Abzug oder einem fest vereinbarten Schema verrechnet werden. Die Spitzenbetriebe beziehen bzw. liefern ihre Ferkel in erster Linie aus bzw. in ihrer Region, die etwas größeren Mäster im Osten setzen zudem auf einheitliche Partiegrößen aus Dänemark, was sich auch in einer unterschiedlichen durchschnittlichen Transportdauer im Vergleich zum Nordwesten oder Süden bemerkbar macht.

Passend war in diesem Zusammenhang die Vorstellung eines Preisportals aus Dänemark, das sich der Transparenz auf dem Ferkelmarkt verschrieben hat und das theoretisch auch für den deutschen Markt nutzbar ist. Es arbeitet mit drei unterschiedlichen Prognosetools und berücksichtigt dabei Saisonschwankungen, aktuelle Schlachtschweinepreise wie auch die Futterpreise. Mit diesem Modell konnte beispielsweise bereits Anfang Januar der Anstieg der Nord-West Notierung für Ferkel vorausgesagt werden. Nach dieser Vorhersage läge der Höchstpreis (abhängig vom realisierten Schlachtschweinepreis) in den kommenden Wochen bei 44 bis 45 Euro je 28kg Ferkel, bevor ab April der saisonmäßige Rückgang erwartet wird – die Spitzenbetriebe werden den tatsächlichen Verlauf daher interessiert verfolgen.
 
Die allgemeinen biologischen Leistungen konnten bei den befragten Betrieben im Vergleich zum letzten Jahr durchweg gesteigert werden, wobei sich auch die Tiergesundheit durch optimierte Fütterungsstrategien und abgestimmte Impfprogramme in den Betrieben verbessert hat.
 
Auf der Konferenz wurde zudem das Thema „Stressresistenz“ in Bezug auf den Betriebsleiter beleuchtet. Wie gehen Landwirte angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen mit Stress und Belastungen im beruflichen wie privaten Umfeld um? Wer könnte hier bessere Tipps geben als ein erfahrener DFB-Schiedsrichter, der nicht nur jahrelang Woche für Woche schwierige Entscheidungen auf den Bundesligaplätzen zu treffen hat, sondern der aktuell auch junge Schiedsrichter für den DFB ausbildet? Lutz Wagner aus dem hessischen Hofheim zeigte in beeindruckender Weise, wie man auch als Unternehmer für sich eine gewisse „Stressresistenz“ erlernen kann.
 
Die 16. Umfrage zum DLG-Forum Spitzenbetriebe wird wieder mit den Beratungsorganisationen in den einzelnen Ländern vorbereitet und startet im Sommer. Die erhobenen Daten bilden dann die Grundlage für die 16. Konferenz im Februar nächsten Jahres.
 
Interessenten erhalten weitere Informationen beim DLG-Fachzentrum Landwirtschaft. Ansprechpartner ist Sven Häuser, Tel.: 069/24788-325 oder E-Mail: s.haeuser@dlg.org.
 


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