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New Holland Feldhäcksler FR 650: Mehr Effizienz im Mais

Tier-4-final-Motoren machen auch vor selbstfahrenden Arbeitsmaschinen nicht halt. Das DLG-Testzentrum hat geprüft, wie sich der damit ausgerüstete neue New Holland-Feldhäcksler FR 650 im Vergleich zu seinen Vorgängern mit Tier-3-Motoren schlägt.

(DLG). Der neue FR 650-Feldhäcksler wird durch einen FPT Cursor-Sechszylindermotor mit 16 l Hubraum und einer Leistung von 480 kW (653 PS) angetrieben. Wie bei Tier-4-final-Motoren üblich, wird der Stickoxidgehalt der Abgase mithilfe eines SCR-Systems (Selektive katalytische Reduktion) und AdBlue-Einspritzung auf die zulässigen Abgasgrenzwerte gesenkt. Eine weiterführende Abgasbehandlung wie beispielsweise durch Abgasrückführung (EGR) oder Dieselpartikelfilter (DPF) ist beim verbauten Motor nicht nötig. Die maximale Motorleistung und ein deutlicher Drehmomentanstieg liegen durch die Optimierung der Motorsteuerung bei einer Motordrehzahl zwischen 1.700 und 1.900 U/min an. Es empfiehlt sich deshalb, den Häcksler am unteren Ende dieses Drehzahlbands zu fahren, um eine maximale Produktivität mit einem niedrigen Kraftstoffverbrauch zu erzielen. Das neue Motormanagementsystem stellt dem Fahrer drei Motormanagementvarianten zur Verfügung, die je nach Erntebedingungen ausgewählt werden können. Der große Monitor zeigt, wie in der Ausschnittvergrößerung von Bild 1 dargestellt, permanent den aktuellen Leistungszustand des Häckslers an. Der als blauer Kreis dargestellte Cursor bewegt sich je nach Lastzustand des Motors in dem in diesem Diagramm dargestellten Kennfeldbereich. So hat der Fahrer die Maschineneffizienz immer im Blick und kann den Häcksler durch Erhöhen oder Reduzieren der Fahrgeschwindigkeit im grünen, optimalen Bereich um 1.700 U/min halten.

Neu gegen alt
Der DLG-FokusTest „Kraftstoffverbrauch und Durchsatz in Mais“ war als Vergleich zwischen dem neuen FR 650 (Tier 4 final) und den Vorgängermodellen FR 600 und FR 700 (beide Tier 3) angelegt. Dabei wurden in zwei Maissorten unter dokumentierten Erntebedingungen jeweils für verschiedene theoretische Häcksellängen sowohl der Kraftstoffverbrauch als auch der Durchsatz bestimmt. Dazu wurden in jeder Versuchsvariante mindestens drei Wagenladungen je eingestellter Häcksellänge geerntet und zwischen den drei Häckslern gegenübergestellt. Aus jeder Ladung wurde zur Bestimmung von Frisch- und Trockenmasse eine repräsentative Mischprobe hergestellt.
Die Ergebnisse sind in den Bildern 2 und 3 grafisch dargestellt. Im Detail betrachtet, konnte der FR 650 mit Tier-4-final-Motor unter den gegebenen Erntebedingungen bei einer theoretischen Häcksellänge von 8 mm im Vergleich zum FR 700 einen um 5 % höheren Durchsatz bei einem um 21 % geringeren Kraftstoffverbrauch erreichen. Im Vergleich zwischen FR 650 und FR 600 wurde bei gleicher theoretischer Häcksellänge sowohl eine Durchsatzsteigerung als auch eine Kraftstoffersparnis von jeweils 19 % erreicht. Das Verhältnis von Diesel- zu AdBlue-Verbrauch lag in der Prüfung bei bis zu 8 %, d. h. die Kostenersparnis durch den geringeren Dieselverbrauch entfällt durch das vorher nicht benötigte AdBlue teilweise wieder, was bei einer Investitionsplanung zu berücksichtigen wäre.

Nicht am Komfort gespart
Im Maschinengesamtkonzept wartet der neue FR 650 neben der verbesserten Maschineneffizienz auch mit einer neu-en, an die Anforderungen von Feldhäckslern angepassten Kabine auf (Bild 4). Diese bietet eine gute Rundumsicht, ausreichendes Platzangebot und ein verbessertes Kabineninnengeräusch. Um ein einheitliches Raumgefühl für die gesamten New Holland-Erntemaschinen-Modelle zu schaffen, wurden Komponenten und das Bedienkonzept an die erfolgreiche CR-Mähdrescherbaureihen angepasst. Darüber hinaus zeichnet sich der FR 650 durch eine übersichtliche Bedienung und einen guten Zugang zum Corn-Prozessor aus. Mit dem Variflow-System kann in wenigen Minuten ohne Werkzeug von Mais auf Gras umgestellt werden.

Fazit
New Holland zeigt mit dem FR 650, dass neue Abgasnormen, dadurch bedingter erheblicher Entwicklungsaufwand und somit auch höhere Anschaffungspreise für Maschinen durchaus zu deutlich geringeren Betriebsmittelkosten führen können. Die Ergebnisse sind zumindest auf lange Sicht vielversprechend. Messergebnisse und Einsparpotenziale, wie die in dieser Prüfung nicht berücksichtigten ECO-Modes des neuen Motormanagementsystems versprechen, sollen in einer Folgeprüfung in Gras bestimmt werden. Weitere Details enthält der DLG-Prüfbericht 6283F, der unter www.dlg-test.de/ernte kostenfrei erhältlich ist. Für weitere Informationen steht der zuständige Prüfingenieur Johannes Speer unter j.speer@DLG.org oder 069 / 24788-624 als Ansprechpartner zur Verfügung.


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