DLG e.V. - Indikator 20: Arbeitsunfälle (DLG-Nachhaltigkeitsbericht 2016)

Bereich Soziales und internationale Verantwortung DLG-Nachhaltigkeitsbericht 2016

Indikator 20: Arbeitsunfälle

Unfälle wirken sich im landwirtschaftlichen Unternehmen durch das Leid der Betroffenen und durch Kosten für das Unternehmen aus. Weniger Unfälle reduzieren den Krankenstand und dadurch entstehende Störungen im Produktionsprozess. Ausrutschen, Stolpern und Stürze gehören zu den häufigsten Unfallursachen in allen Bereichen der Arbeitswelt. Weitere Gefahren sind herunterfallende Gegenstände, Verbrennungen und Verätzungen, Feuer und Explosionen, Gefahrstoffe und Stress. Zur Vermeidung von Unfällen am Arbeitsplatz sind Arbeitgeber aufgefordert, ein Sicherheits-Managementsystem einzurichten, das Verfahren für die Gefährdungsbeurteilung und Überwachung einschließt.

Abbildung 20 zeigt, dass die Zahl der Arbeitsunfälle in der Landwirtschaft seit dem Jahr 2000 von 123 Unfällen auf 103 Unfälle im Jahr 2012 je 1.000 Unternehmen zurück gegangen ist. Allerdings ist diese Zahl im Jahr 2013 wieder auf 112 Arbeitsunfälle je 1.000 Unternehmen, die Mitglied der Landwirtschaftlichen Unfallversicherung sind, angestiegen. Die Gründe für den Anstieg sind in den Bereichen der Tierhaltung, Grün- und Landschaftspflegearbeiten sowie Unterhaltungsarbeiten an Maschinen, Geräten und Fahrzeugen zu finden. Bei dem Wiederanstieg von Arbeitsunfällen ist auch zu beachten, dass die Landwirtschaft der Wirtschaftszweig mit der höchsten Zahl von Arbeitsunfällen ist. Während im Durchschnitt aller Unfallversicherungsträger 26 Arbeitsunfälle je 1.000 Vollarbeiter im Wirtschaftsjahr 2011 gemeldet wurden, beträgt diese Zahl bei der landwirtschaftlichen Unfallversicherung 73 (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, 2013).

Die Sozialversicherung für die Landwirtschaft weist gegenüber der allgemeinen Unfallversicherung für Arbeitnehmer eine Besonderheit auf. Sie versichert zusätzlich die selbständigen landwirtschaftlichen Unternehmer und deren Familienangehörige, die in der Landwirtschaft über 50 % der Beschäftigten ausmachen. Dadurch ist die landwirtschaftliche Unfallversicherung nach eigenen Angaben „vom Prinzip der genossenschaftlichen Eigenhilfe geprägt“ (Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, Jahresbericht 2011).

vorheriges Kapitelnächstes Kapitel