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DLG kürt „Jungwinzer des Jahres“

Sieger: Laura Weber (Nahe), Peter Graf (Pfalz), Christoph Kern (Württemberg) – Vinas (Hessische Bergstraße) ist Beste Jungwinzervereinigung – Förderung des deutschen Winzernachwuchses

(DLG). Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) hat jetzt die „Jungwinzer des Jahres 2017/2018“ gekürt. Junge Talente aus zahlreichen Anbauregionen Deutschlands bewarben sich in diesem Jahr um den Nachwuchspreis der deutschen Weinwirtschaft. Eine Fachjury wählte aus den besten deutschen Weintalenten die Sieger aus. „Jungwinzerin des Jahres“ wurde Laura Weber vom Weingut Weber aus Monzingen (Nahe). „Vizemeister“ wurde Peter Graf vom Weingut Graf von Weyher aus Weyher (Pfalz).  Den dritten Platz belegte Christoph Kern vom Weingut Wilhelm Kern in Kernen (Württemberg). Als „Beste Jungwinzervereinigung“ wurde Vinas aus Heppenheim (Hessische Bergstraße) ausgezeichnet. Die feierliche Preisverleihung fand am 26. Oktober in Stuttgart statt.
 
Die gezielte Förderung des deutschen Winzernachwuchses ist ein besonderes Anliegen des DLG-Jungwinzer-Wettbewerbs. Im Rahmen der Qualifikationsrunde wird das Fachwissen in den Bereichen Oenologie, Wein-Sensorik und internationale Weinwirtschaft in Theorie und Praxis geprüft. Für die Endrunde hatten sich die Jungwinzer zuvor über einen Online-Test qualifiziert, der nicht nur Fachkenntnis, sondern auch ein Gefühl für die Branchenthemen der nächsten Jahre erforderte. Außerdem wurden die Weine der Jungwinzer von sensorischen Sachverständigen beurteilt. Die zehn Kandidaten mit dem besten Ergebnis wurden Mitte September nach Frankfurt am Main eingeladen, wo von einer Fachjury die drei Erstplatzierten ermittelt wurden. Beeindruckt war die Fach-Jury aus Wein-Experten, Dozenten und Oenologen vom hohen Fachwissen und weinbaulichen Know-how der Finalteilnehmer sowie von der Qualität ihrer Weine. Die im Rahmen des Wettbewerbs gezeigten Leistungen belegen, dass die deutsche Weinwirtschaft über einen hervorragend ausgebildeten Nachwuchs verfügt. Die Preisträger sind herausragende Talente und Vorbilder einer innovativen und zukunftsstarken deutschen Weinwirtschaft.
 
Porträts der Gewinner „Jungwinzer des Jahres“:
 
Laura Weber (Jahrgang 1992) vom Weingut Weber aus Monzingen (Nahe) ist als Siegerin aus dem Wettbewerb hervorgegangen und wurde am 26. Oktober in Stuttgart als „Jungwinzerin des Jahres 2017/2018“ ausgezeichnet. Seit 2017 arbeitet Laura Weber im elterlichen Weingut. Dort ist sie in erster Linie für den Bereich Marketing verantwortlich und betreut nationale und internationale Messen. Daneben ist sie aktiv in Weinberg und Keller. Der Winzerberuf ist für sie ein Traumberuf. „Wir Winzer produzieren von der Traube bis zum Wein alles selbst. Sogar der Verkauf und das Marketing werden von uns geleistet. Genau diese Vielfalt und Abwechslung machen den Beruf so unverwechselbar.“ Die Jungwinzerin des Jahres ist Bachelor of Science in den Fächern Weinbau und Oenologie und hat ihre Praxiskenntnisse in der Kellerei Reh-Kendermann, Bingen, dem Weingut Bischel, Appenheim und dem Weingut Johannishof Reinisch im Österreichischen Tattendorf vertieft.
 
Im Gespräch:
„Als Naheweinkönigin 2014/2015 habe ich ein Jahr lang die Besonderheiten des Nahetals vorgestellt. Die Bodenvielfalt mit über 180 unterschiedlichen Böden ist unsere Besonderheit und deswegen gibt es auch die Erdreich-Weine. Hier wachsen auf dem optimalen Boden die ausgewählten Rebsorten. Eine einzigartige Kombination ist der Riesling auf Grünschiefer, den es nur an der Nahe gibt. Mit meiner eigenen Linie und meinem eigenen Etikett und Logo vermarkte ich ebenfalls vier Weine und einen Sekt.“
 
 
Peter Graf (Jahrgang 1987) vom Weingut Graf von Weyher aus Weyher (Pfalz) wurde Zweiter im DLG-Jungwinzer-Wettbewerb. Der Winzer, Weinbautechniker und Weinlaborant Peter Graf konnte die internationale Weinwelt als Flying Winemaker kennenlernen und war saisonal in Südafrika, Neuseeland und Australien in verschiedenen Weingütern tätig. Seit seinem Abschluss einer Winzerlehre im Jahr 2005 ist er als technischer Betriebsleiter im Weingut Graf von Weyher im pfälzischen Weindorf Weyher für die Weinproduktion in Keller und Weinberg verantwortlich. In den elterlichen Betrieb bringt er Ideen zur Qualitätssteigerung ein, beispielsweise mit der Optimierung der Prozesstechnik. Peter Graf ist seit ihrer Gründung Mitglied der Jungwinzervereinigungen „Junge Südpfalz“ und „Generation Pfalz“.
 
Im Gespräch:
„Unser Weingut ist bekannt für seine Terroir-Weine. Wir haben vier verschiedene Rieslinge, die auf Schiefer-, Kalkmergel-, Granit- und Buntsandsteinböden wachsen. Sie werden im Weinberg identisch gepflegt und später im Keller auf die gleiche Weise ausgebaut. Diese Weine unterscheiden sich also nur durch ihre Herkunft, die Lage und den Boden. Das ist in diesem Ausmaß in der Pfalz nur an wenigen Orten wie Weyher möglich, weil es hier auf so kleinem Gebiet so viele verschiedene Bodenarten gibt.“
  
 
Christoph Kern (Jahrgang 1987) vom Weingut Wilhelm Kern in Kernen (Württemberg) wurde Dritter im Wettbewerb. Christoph Kern absolvierte im Rahmen seines Studiums der Getränketechnologie an der Hochschule Geisenheim (Bachelor of Science) Praktika bei den Weingütern Karl Haidle, Bernhard Huber, Bernhard Ellwanger, bei der Kellereigenossenschaft St. Michael-Eppan in Südtirol und der Elephant Hill Winery im Anbaugebiet Hawke’s Bay in Neuseeland. Ein weiteres Studium galt dem Wirtschaftsingenieurwesen an der TU München mit dem Abschluss zum Master. 
 
Im Gespräch:
„Wein begeistert mich, weil das hochwertige Naturprodukt mit seiner langen Geschichte gelebtes Kulturgut ist. Er verbindet Menschen einer Region, aber auch über Ländergrenzen hinweg. Die Arbeit mit Wein bietet jedes Jahr eine neue Herausforderung, sie ist abwechslungsreich und kreativ. Seit ich im Unternehmen meiner Eltern mitarbeite, bringe ich eine internationalere Weinstilistik und einen moderneren Auftritt der Marke voran. Ich habe bei uns im Betrieb den Holzfassausbau wieder eingeführt und aufgebaut. Insbesondere Weißwein (Chardonnay und Grauburgunder) aus dem 500-Liter Eichenfass mit langem Vollhefelager und Batonnage finde ich interessant.“
 
 
 
Porträt „Beste Jungwinzervereinigung“:
 
Vinas: „Wir möchten vor allem junge Menschen für den Wein begeistern. Weintrinken sollte unkompliziert sein“, erklärt Anja Antes, eine von vier jungen Frauen, die sich im Jahr 2013 zur Jungwinzervereinigung Vinas zusammengeschlossen haben. Anja Antes und Caroline Guthier haben ihr Weinbau- und Önologiestudium bereits abgeschlossen, Katharina Seiß und Heike Antes studieren zurzeit an der Hochschule in Geisenheim. Die Weinfachfrauen sind durch ihre ehrenamtliche Mitarbeit, durch die  Mitgliedschaft ihrer Familie oder als Angestellte mit den Bergsträßer Winzern e.G. verbunden. Weinproben, Führungen auf dem Erlebnispfad Wein-und-Stein oder die Vorbereitung und Betreuung von Veranstaltungen sind Teil ihrer engagierten Mitarbeit. Alle Entscheidungen, die sie im Hinblick auf ihre Weinprojekte treffen, sind gemeinsame Sache. Dazu gehören auch die Erstellung des Konzepts, die eigene Gestaltung des Logos und der Etiketten und die Entwicklung der Marke Vinas. Für die Weine haben die Winzerinnen festgelegt, dass sie ohne Rebsortenangabe auf dem Etikett auskommen und dass die Weine im halbtrockenen und fruchtigen Geschmacksbereich liegen. Vier Weine und ein Perlwein sind das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit. Vinas First, Red und Rosé wurden unter anderem von der DLG prämiert.
 


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