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Presseinformationen für die Ernährungswirtschaft

Tarek Butt (HAW Hamburg) erhält DLG-Sensorik Award 2017

Preis der deutschen Lebensmittelsensorik für Nachwuchswissenschaftler – Auszeichnung im Rahmen des DLG-Lebensmitteltags Sensorik 2017 in Kronberg im Taunus

(DLG). Tarek Butt (Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Hamburg) erhält den Sensorik Award 2017 der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft). Dieser wird jährlich für herausragende Arbeiten der deutschsprachigen Sensorikwissenschaften vergeben. Neben der wissenschaftlichen Qualität überzeugte die ausgezeichnete Forschungsarbeit Butts durch einen hohen praktischen Nutzen für die Lebensmittelwirtschaft. Mit zwei sensorischen Methoden der Verbraucherforschung, External Preference Mapping und CATA, konnte er die unterschiedliche sensorische Wahrnehmung von geschulten Prüfern und Konsumenten deutlich machen sowie deren abweichende Identifikation und Akzeptanz positiver und negativer Attribute.  
 
Die Vergabe des mit 2.500 Euro dotierten Nachwuchs-Forschungspreises erfolgte durch die DLG und ihren Ausschuss für Sensorik. Die Bewerber mussten ihre wissenschaftlichen Arbeiten über ein „Call-for-Papers-Verfahren“ einreichen. Aus allen Abstracts ermittelte der wissenschaftliche Beirat des DLG-Ausschusses Sensorik fünf Arbeiten, die im Rahmen des DLG-Lebensmitteltags Sensorik in Kronberg vorgestellt wurden. Auf Basis dieser Präsentationen wählte die Experten-Jury den Preisträger Tarek Butt aus. Der gelernte Koch und Masterstudent des Departments Ökotrophologie der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg stellte einem interessierten Publikum seine Forschungsarbeit vor, die den Titel trägt: „Vergleich der sensorischen Produkträume von geschulten Prüfpersonen und Konsumenten durch External Preference Mapping und CATA-Methode anhand von Olivenölen“:
 
PrefMap und CATA
Das External Preference Mapping (PrefMap) ist eine häufig eingesetzte Methode, mit der untersucht werden kann, welche sensorischen Produkteigenschaften die Konsumentenakzeptanz für Proben positiv und welche sie negativ beeinflussen. Hierfür werden Produktprofile, die mittels trainierten Prüfern erstellt werden, mit den Akzeptanz-Daten von Konsumenten verknüpft. Da die Schulung von Prüfern und die Unterhaltung eines trainierten Panels mit großem zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden ist, gewinnt die Generierung von Produkt-Beschreibungen mithilfe von ungeschulten Prüfern immer mehr an Bedeutung in der Praxis. Hierzu werden sogenannte Schnellmethoden (Rapid Profiling Methods), wie beispielsweise die CATA-Methode (check-all-that-apply) eingesetzt. Hierbei wählen ungeschulte Prüfer (Konsumenten) aus einer Liste von Attributen die für die jeweilige Probe zutreffenden aus.
 
Methodik
Butt wählte mit PrefMap und CATA zwei gängige sensorische Methoden der Verbraucherforschung und die dazugehörigen adäquaten statistischen Tests und Auswerteverfahren aus. Er führte zwei Studien mit sieben Olivenölen unterschiedlicher Qualität durch. In der ersten Studie stufte ein trainiertes Olivenöl-Panel ausgewählte Attribute auf einer Intensitätsskala ein und führte eine Aromenbeschreibung anhand der CATA-Methode durch. In der zweiten Studie waren Konsumenten gefragt, die CATA-Methode anzuwenden, bei der zu den sieben Olivenölen zusätzlich ein fiktives Ideal-Produkt abgefragt wurde. Außerdem wurden für die verschiedenen Öle und das Ideal-Produkt Akzeptanzdaten erhoben. Mithilfe der Penalty Lift-Analyse wurde die Akzeptanz positiv und negativ beeinflussender Attribute identifiziert.
 
Ergebnisse im Vergleich
Die Ergebnisse der beiden Methoden wurden mithilfe einer multiplen Faktorenanalyse (MFA) miteinander verglichen. Die Auswertung machte deutlich, dass sich die Wahrnehmungen des sensorischen Produktraumes durch geschulte Prüfer und Konsumenten unterscheiden. Sowohl die deskriptive Profilierung als auch die Profilierung mittels der CATA-Schnellmethode liefern unterschiedliche Produktprofile. Zudem ergaben die Penalty-Lift Analyse und die PrefMap-Methode unterschiedliche Drivers of Liking bzw. Disliking. Daraus lässt sich ableiten, dass ein trainiertes Panel gemäß der EU-Vorgaben nicht durch ein Konsumentenpanel zu ersetzen ist. Weitere Forschungsarbeiten sowohl zur weiteren Untermauerung der Ergebnisse als auch zur weiteren Konkretisierung sind geplant.
 
 


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