Presseinformationen für die Landwirtschaft:

Der Einstieg ins Netz für Landwirte

Eigene Homepage oder soziale Netzwerke? - Wie beides für die betriebliche Kommunikation genutzt werden kann, erläutert DLG-Online-Koordinator Rainer Winter

(DLG). Drei von vier Deutschen nutzen heute das Internet. Unter 30-Jährige sind am Tag länger online als sie vor dem Fernseher sitzen. iPhone & Co. machen die ständige Nutzung von E-Mail, Web und sozialen Netzwerken zum Kinderspiel. Ist es nun auch für Landwirte an der Zeit, über eine Präsenz im Internet nachzudenken? Für jüngere Jahrgänge ist heute schließlich eine Existenz im Web fast schon Standard. Wie sollte man sonst zum Beispiel Fotos mit anderen Leuten austauschen? Wie sich und seinen Betrieb weltweit präsentieren? Ältere Semester dagegen quält die Frage „Was bringt mir der Aufwand, sich damit beschäftigen zu müssen?“ Dabei gibt es manche Gründe, betrieblich den Schritt in die Online-Welt zu gehen, denn wer heute online aktiv werden möchte, hat es so leicht wie nie zuvor.

Folgende Ziele können mit einer betrieblichen Internetaktivität verfolgt und auch erreicht werden:
  • Zur Image- und Markenbildung des eigenen Betriebes beitragen und Öffentlichkeitsarbeit      
  • „rund um die Uhr“ betreiben.
  • Die Kunden, Lieferanten und auch die Verbraucher über den eigenen Betrieb und über Landwirtschaft informieren.
  • Sich durch eigene Aktivitäten von der Berichterstattung in klassischen Medien unabhängig machen, wenn z.B. die Lokalpresse keine Notiz vom eigenen Hoffest nimmt.
  • Eine Internetpräsenz erhöht die Beachtung des Betriebes in den Medien.
  • Eine dauerhafte Kommunikations- und Informationsplattform für spezielle Anlässe (Dialog mit Nachbarn, Baumaßnahmen, Hof- und Erntefeste, etc.) im Internet schaffen.
  • Eine schnelle, direkte Kommunikationsplattform für Krisensituationen.
 
Niedrige technische Einstiegshürden
Die technischen Einstiegshürden, im Internet etwas zu veröffentlichen, sind heute niedrig. Schwierig bleibt, was inhaltlich „auf Sendung“ soll. Die DLG hat in Zusammenarbeit mit einer Agentur speziell für ambitionierte landwirtschaftliche Betriebe Do-it-Yourself-Homepagebaukästen mit eigener Domain entwickelt. Für 12,90 € im Monat können landwirtschaftlich gestaltete Musterseiten an die betriebliche Situation und individuelle Wünsche angepasst werden. Weitere Informationen hierzu sind unter www.agrarunternehmer-showcase.de verfügbar. Die DLG-Akademie bietet 2013 Seminare zum Einstieg in die Online-Kommunikation an (http://www.dlg-akademie.de/homepage_fuer_landwirte.html)
 
Einen anderen, kostenlosen Einstieg bieten Webloganbieter wie Blogger.com, Wordpress.de und natürlich soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und (für Videos) Youtube. Soziale Netzwerke stellen auch die Infrastruktur zum Verteilen der Inhalte an andere darin registrierte Nutzer zur Verfügung. Und die Nutzerschaft ist ein wichtiges Argument: Facebook hat inzwischen fast eine Milliarde Nutzer weltweit, davon rund 25 Mio. in Deutschland und jeweils drei Mio. in Österreich und in der Schweiz. Die jüngeren Jahrgänge sind bei Facebook stärker vertreten als über 40-Jährige (siehe Grafik Demografie). Um mit Facebook eine eigene Internetseite für den Betrieb zu erstellen, klickt man unter dem Registrier-Button auf „Erstelle eine Seite für…“. Diese bekommt eine Internetadresse wie www.facebook.com/meinBetrieb und lässt nur einen gewissen Spielraum zur Gestaltung des Designs zu. Sie ist aber nicht nur für registrierte Facebook-Nutzer sondern auch für Jedermann online aufrufbar. Erstere können damit interagieren, d.h. man kann bei seinen Beiträgen auf „Gefällt mir“ klicken, kommentieren oder „teilen“ und diese somit an ihren Facebook-Freundeskreis weitergeben. Das nennt man das „virale Prinzip“, sprich Mundpropaganda per Mausklick.
 
Wie nutzen?
Für Ferienhöfe kann eine Facebook-Fanpage ein herkömmliches Online-Gästebuch einer Homepage ersetzen. Die Gäste können Feedback (Lob, aber natürlich auch Tadel) reinschreiben und jeder, der die Seite aufruft, kann es sehen – auch, wie professionell darauf reagiert wird. Direktvermarkter können über eine Facebook-Seite Aktionsverkäufe, z.B. Schlachtungen allen Kunden bekannt geben. Ein E-Mail-Newsletter tut es zwar auch, aber dann muss man erst mal die E-Mailadressen der Kunden sammeln. Gibt man die Adresse seiner Facebook-Seite z.B. auf dem Kassenzettel und im Laden bekannt, werden interessierte und auf Facebook aktive Kunden die Seite selbst „liken“, sprich auf „Gefällt mir“ klicken. Dann werden diese Meldungen auf den persönlichen Facebook-Seiten ihrer Facebook-Freunde angezeigt.
 
Aber auch Landwirte und Landwirtinnen, die keinen „Urlaub auf dem Bauernhof“ anbieten oder Direktvermarktung betreiben, haben heute eine eigene Homepage oder experimentieren mit Facebook: Man zeigt, wie schön das Wetter bei der Heuernte war, welche Tiere auf der Weide oder im Stall stehen, und welche Arbeit gerade auf den Äckern erledigt werden muss.
 
Persönliche Voraussetzungen
Wer Facebook – oder auch Twitter – nutzt, sollte auf jeden Fall immer Freude daran und Zeit dafür haben. Wenn Online-Kommunikation zur täglichen Pflicht wird, kann nichts Gescheites dabei herauskommen. Kommunikative Naturen sind da klar im Vorteil: Wer ein Publikum für interessante Links, lustige Sprüche oder schöne oder skurrile Bilder sucht, der kann durch ein soziales Netz schnell überregional bekannt werden. Denn nicht immer sind es die sachlichen Informationen, die eine Facebook-Leserschaft mit Interaktion weitergibt, sondern eher Witziges, Unterhaltsames und Bilder. Doch gerade dieser „Smalltalk“ hat bislang in klassischen Medien keine Heimat gefunden – auf Facebook ist er fast schon Standard. Natürlich sollte man mit dem Computer umgehen können. Auch mit einem iPad oder iPhone oder anderen Smartphones und Tablets lassen sich Facebook-Seiten pflegen – besonders die eingebauten Kameras machen mit der Facebook-App das Veröffentlichen von Fotos zu einem Kinderspiel.
 
Die eigene Homepage gehört dazu
Zu einem vollständigen Onlinekommunikationskonzept gehört eine eigene Homepage mit eigener Internetadresse wie www.betriebsname.de natürlich dazu. Die Übersicht zeigt, welche Informationen und Inhalte sich am besten auf die Internet-Plattformen Homepage, Facebook-Seite, Twitter- und YouTube-Kanal aufteilen lassen. Viele Homepages fristen ein relativ statisches Dasein, die wichtigsten Infos zum Betrieb müssen nicht oft geändert werden. Und manche Rubrik „Aktuelles“ wird oft übereifrig eingerichtet, ohne sich über deren Aktualisierung (auch in praktischer Hinsicht) Gedanken zu machen. Hier springen Facebook und Twitter in die Bresche: Von der Homepage verlinkt, können auf diesen leicht zu editierenden Plattformen aktuelle, kurzzeitig relevante Infos stehen, die zudem durch die Netzwerke weitergegeben werden können. Hobbyfilmer finden auf YouTube eine Plattform, die spezialisiert auf die Veröffentlichung von Online-Videos ist. Allerdings sollte man immer Vorsicht walten lassen, welche Bilder und Videos man aus dem landwirtschaftlichen oder persönlichen Alltag „auf Sendung“ bringt: Manch gut gemeinter Werbeclip zum eigenen Ferienhof wurde von Internetnutzern heruntergeladen, hämisch verrissen und neu geschnitten und verfremdet wieder in YouTube hochgeladen. Besonders Bilder und Videos von Personen der eigenen Familie oder von Angestellten sollten nicht ohne Zustimmung im Internet veröffentlicht werden, ohne dass die Abgelichteten über „Risiken und Nebenwirkungen“ aufgeklärt worden sind.
 
Twitter, der Zwitter
Twitter.com ist eine Internetplattform mit zwei Gesichtern: Zum einen kann man darin ähnlich wie in Facebook ein Netzwerk zu anderen Personen – hier aber meist nicht wirklich befreundete – aufspannen, zum anderen ist Twitter eine hervorragende Suchmaschine für Echtzeitinformationen. Ein neuer Eintrag auf Twitter ist in wenigen Sekunden für jedermann auffindbar. Letzteres machen sich besonders Journalisten zunutze, wenn sie auf Recherche nach aktuellen Themen sind. Über die Seite www.twitter.com/search kann man Twitter durchsuchen, ohne als Nutzer registriert sein zu müssen. Dass man pro Eintrag nur 140 Zeichen schreiben kann, stört nicht, denn viele Kurzmeldungen sind mit Links zu interessanten Internetseiten, Bildern oder auch Videos angereichert. Es lässt sich mit Twitter auch eine Rubrik „Aktuelles“ in die eigene Homepage als „Widget“ einbauen. Eine Twitter-Seite kann mobil sehr gut auf allen Smartphones über Apps gepflegt werden. Viele Politiker nutzen inzwischen Twitter, um näher am Volk, bzw. den Journalisten zu sein, siehe www.parteigefluester.de.
 
Welche Inhalte wo veröffentlichen?

Eigene Homepage
Facebook
Twitter
YouTube
Dauerhaft wichtige Informationen zum Betrieb:
Kurzzeitig Interessantes, das Nutzer zu Interaktionen anregt:
Aktualisierungen von Homepage oder Facebook-Seite, kurzzeitig Interessantes:
Plattform für Videoclips, auch zum Einbinden in eigene Homepage
·         Kurzporträt „Über uns“
·         Anfahrtshinweise,Adresse
·         Kontaktformular
·         Betriebliche Angebote (Urlaub, Produkte, Betriebszweige, Anbauverfahren usw.)
·         Veranstaltungshinweise
·         Öffnungs- oder optimale Besuchszeiten
·         Bildergalerie, Videos
·         Ggf. Links zu eigenen Facebook-, Twitter- oder YouTube-Seiten
·         Seite als „lokales Unternehmen“ anlegen
·         Kurzinfo mit Adresse
·         Kurzfristige Angebote, Aktionen
·         Veranstaltungen mit Einladungsmöglichkeit
·         Öffnungszeiten
·         Interaktive Bildergalerien, Videoclips
·         Bilder auch über Smartphone
·         Links zu interessanten Artikeln in Online-Medien
·         Umfragen
·         Betriebschronik
·         „Öffentliche Selbstgespräche“
·         Links zu interessanten Artikeln in Online-Medien
·         Bilder auch über Smartphone
·         Gespräche mit Followern und anderen Twitter-Nutzern
·         Videoclips oder animierte Slideshows aus Fotos
Impressum mit gesetzlichen Pflichtangaben
Impressum als eigenes Register oder Link zu Impressumsseite der Homepage
Impressum in Profilbeschreibung oder Link zu Impressumsseite der Homepage
Impressum oder Link zu Impressumsseite der Homepage

 
Anregungen, mit welchen Inhalten mancher landwirtschaftliche Betrieb sich online präsentiert, können den folgenden Seiten entnommen werden:
 
Eine umfangreiche Liste von interessanten Internetseiten nordamerikanischer Farmer sind unter http://farmerbloggers.com/followfarmer/index.html zu finden
 

Kontakt

DLG e.V.
Servicebereich Kommunikation
Pressestelle
Eschborner Landstr. 122
60489 Frankfurt/M.
Telefon: +49(0)69/24 788-201

Dietrich Holler

d.holler(at)DLG.org
(-200)
Leiter Kommunikation

Friedrich W. Rach

f.rach(at)dlg.org
(-202)
Pressereferent Landwirtschaft und Ausstellungen

Dr. Frank Volz

f.volz(at)dlg.org
(-224)
Pressereferent Landtechnik, Redaktionsleitung DLG-Test Landwirtschaft

Dr. Malene Conlong

m.conlong(at)DLG.org 
(-237)
International Press Communications