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Aktuelle Informationen für die Landwirtschaft:

26.04.2012 12:31

Intensiv und zugleich nachhaltig - Anforderungen an den modernen Pflanzenbau

(DLG). „Steigerungen der Intensität bei gleichzeitig effizienter Nutzung der natürlichen Ressourcen sind ein wesentliches Kennzeichen der Entwicklung des Pflanzenbaus in den letzten Jahrzehnten. Ob sich diese Entwicklung auch zukünftig so fortsetzen wird, ist ganz maßgeblich durch die Ertragsentwicklung bestimmt.“ Dies erklärte Prof. Dr. Olaf Christen von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vor der Presse am 26. April 2012 in Bernburg-Strenzfeld. „Die alleinige Betrachtung der Produktionsseite wird aber den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht, da auch die Einflüsse der Produktion auf Umweltaspekte zu berücksichtigen sind. Umfassend, einschließlich ökonomischer und sozialer Belange, wird dies im Konzept der Nachhaltigkeit beschrieben.“ 

Ertragssteigerung
Betrachtet man zuerst die Ertragsentwicklung der letzten Jahre im Vergleich zu den langfristigen Entwicklungen, wird deutlich, dass bei einigen wichtigen Kulturarten eine Stagnation zu beobachten ist. Die Ursachen für dieses Phänomen sind sicherlich bei einzelnen Kulturen und Standorten sehr spezifisch, dennoch können einige gemeinsame Trends identifiziert werden. So ist die weitere Verengung der Fruchtfolgen in Verbindung mit einer abnehmenden Intensität der Bodenbearbeitung ein wichtiger Erklärungsansatz. Daneben sind aber auch die geringe Grunddüngung und damit abnehmende Bodengehalte mit Phosphor und Kalium zu beachten. Je nach Fruchtfolge und Bodenbearbeitung nehmen auch Probleme mit Herbizid resistenten Unkräutern deutlich zu. Einige der beschriebenen Entwicklungen werden sich nur sehr begrenzt umkehren lassen. So ist sicherlich kaum mit einer Vergrößerung des Kulturartenspektrums zu rechnen, und auch Anpassungen in der Intensität der Bodenbearbeitung vollziehen sich nur sehr langsam.
 
Bislang waren Lösungsansätze häufig auf die gesamte Fläche ohne größere Differenzierung bezogen. Durch den Fortschritt in der exakten Steuerung von Maschinen und der teilflächenspezifischen Bearbeitung sind hier beträchtliche Innovationen möglich. Ein Beispiel sind Verfahren des strip-tillage, wo es derzeit noch sehr viele offene Fragen gibt. Aber auch die exakte Steuerung und automatische Lenksysteme eröffnen gänzlich neue Möglichkeiten bei der exakten Steuerung einer mechanischen Unkrautbekämpfung. Die Intensivierung besteht hier in der stärkeren Nutzung von Know-how und Technik. Gleichzeitig lässt sich die Nachhaltigkeit durch eine solche Maßnahme steigern, um die Intensität zu steigern und gleichzeitig die Nachhaltigkeit zu verbessern.
 
Besonders beachtenswert bleiben aber auch Bereiche, bei denen der gezielte Einsatz eines Betriebsmittels zu einer deutlich besseren und damit effizienteren Nutzung anderer Ressourcen führt. Zu nennen ist hier der Pflanzenschutz, der zu einer effizienteren Nutzung von Stickstoff und Wasser führen kann. Intensivierung und Verbesserung der Nachhaltigkeit gehen hier Hand in Hand.
 
Bei aller berechtigten Hoffnung auf weitere Verbesserungen bei einer effizienten Ressourcennutzung im Pflanzenbau müssen die zentralen Herausforderungen der Umweltschonung weiterhin beachtet und die Situation verbessert werden. Dies betrifft den Verlust von Biodiversität und die immer noch zu hohen Stickstoffsalden. Bei den Stickstoffsalden besteht hier die Situation, dass Effizienzsteigerungen auch zu einer verminderten Belastung führen können. Bei der Biodiversität ist dies schwieriger, da hier das gesamte Anbausystem einschließlich auch der räumlichen Struktur von landwirtschaftlichen Nutzflächen und benachbarter Biotope zu beachten ist.
 
Was kann an einem Standort wie Bernburg geleistet werden?
Es bleibt die Frage, welche Bedeutung im Bereich Intensivierung und nachhaltige Produktion einer Veranstaltung wie den DLG-Feldtagen und einer Einrichtung wie dem Internationalen DLG-Pflanzenbauzentrum zukommen? Die DLG-Feldtage, und dies ist sicherlich keine Neuigkeit, sind als Leistungsschau des Pflanzenbaus und der verschiedenen beteiligten Bereiche anzusehen. Ein Novum ist aber nun die Einbeziehung des IPZ. Hier bieten sich zukünftig Versuchsmöglichkeiten, die in der Dimension einzigartig sind. Dies betrifft einerseits die Größe der Versuchsmöglichkeiten, die auf normalen Versuchsstationen und in Parzellenversuchen nicht durchführbar sind. Zu beachten sind dabei Fragestellungen der Bodenbearbeitung (strip-tillage), aber auch Feldexperimente zu Fruchtfolgefragen, die sonst kaum noch zu finden sind. Wie bereits hervorgehoben, sind dies zentrale Herausforderungen an die Intensivierung und Nachhaltigkeit von Anbausystemen und somit stehen die DLG-Feldtage und das Internationale DLG-Pflanzenbauzentrum hier im Zentrum der zukünftigen Innovation im Acker- und Pflanzenbau zwischen Wissenschaft und Praxis.

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