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Aktuelle Informationen für die Landwirtschaft:

26.04.2012 12:30

Pflanzenschutz Know-how im Netz - Was kann die mobile Beratung?

(DLG). „Nachhaltige Pflanzenschutzkonzepte sind auf aktuelle und umfassende Informationen angewiesen, damit jeweils die richtigen Entscheidungen getroffen werden.“ Dies erklärte Reinhard Götz von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL/Erfurt-Kühnhausen) vor der Presse am 26. April 2012 in Bernburg-Strenzfeld. „Hierbei können die Prognosemodelle und Datenbanken des Online-Beratungsportals www.isip.de eine wertvolle Hilfe sein.“ Das Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion, kurz ISIP, ist ein gemeinsames Angebot der deutschen Landwirtschaftskammern und Bundesländer zum Pflanzenschutz und Pflanzenbau. ISIP zeichnet sich dadurch aus, dass die Nutzer Wetterdaten mit eigenen schlagspezifischen Daten verknüpfen können und so individuelle Empfehlungen erhalten. Die Verknüpfung erfolgt in Modellen, die die Entwicklung von Schaderregern und Kulturpflanzen vorhersagen. Ergänzt werden die Modellergebnisse durch umfangreiche Befallserhebungen auf repräsentativen Kontrollflächen und durch weiterführende Handlungsempfehlungen der zuständigen regionalen Berater.

 
 
Grundlage des Angebotes sind die von der Zentralstelle der Länder für EDV-gestützte Entscheidungshilfen und Programme im Pflanzenschutz (ZEPP) entwickelten Modelle. Die Modelle nutzen Wetterdaten, die in einer hohen räumlichen Auflösung von 1x1 Kilometer zur Verfügung stehen, so dass genaue regionale Berechnungen, aber auch die Darstellung der Ergebnisse in Übersichtskarten, möglich sind. Basis des Wettermodells sind die aktuellen Messdaten von über 570 Wetterstationen der Pflanzenschutzdienste und des Deutschen Wetterdienstes sowie Radarniederschlagsmessungen und Vorhersagedaten des Deutschen Wetterdienstes.
 
Prognosemodelle und Pflanzenschutzempfehlungen gibt es auch auf den Internetseiten von Universitäten, Verbänden, der Pflanzenschutzindustrie und von Verlagen. In vielen Fällen wird dabei auf die Entscheidungshilfen der proPlant GmbH zurückgegriffen.
 
Immer mehr mobile Entscheidungshilfen
Neben der klassischen Nutzung des Internets wird auch das mobile Internet in der Landwirtschaft immer bedeutender. Mittlerweile verfügen bereits über 11 % der Betriebsleiter über ein Smartphone. Diese Geräte bieten nun die Möglichkeit, dass Landwirte zum Beispiel bereits bei der Bestandskontrolle auf dem Feld nützliche Prognoseergebnisse und Hinweise abrufen. Und auch bei besonders zeitkritischen Informationen, wie zum Beispiel Warnhinweisen, haben Mobilgeräte oft einen entscheidenden Vorteil.
 
Die amtliche Beratung stellt über ISIP insbesondere Prognosemodelle für die mobile Nutzung zur Verfügung. Die Modelle berücksichtigen dabei die vom Gerät gemeldete Position. Nutzer des Systems müssen also nur die mobile Internetseite m.isip.de aufrufen und eine Entscheidungshilfe auswählen. Weitere Eingaben sind nicht erforderlich. Damit liefert ISIP, sozusagen auf Knopfdruck, passgenaue Entscheidungshilfen. Alle notwendigen Informationen, wie Wetterdaten oder regionale Warnhinweise, können mit Hilfe der geographischen Position direkt zugeordnet werden.
 
Probleme bereiten aktuell das vielfach noch unzureichende Netz und die unterschiedlichen Betriebssysteme der Smartphones. Aktuell gibt es überwiegend spezifische Anwendungen für das eine oder andere System, die über die App-Stores der großen Betriebssystem-Anbieter vermarktet werden. Es ist momentan nicht abzusehen, ob das auch zukünftig noch so sein wird. Reine Web-Lösungen (wie ISIP sie anbietet) bieten eine geringere Performance und gewisse Einschränkungen beim Nutzererlebnis, weil einige Funktionen, die Apps besitzen, nicht zur Verfügung stehen. Außerdem können sie den (bekannten und akzeptierten) Vermarktungsweg über App-Stores nicht nutzen.
 
Andererseits sind die Entwicklungskosten für reine Web-Anwendungen geringer, und sie sind wieder verwendbar. Es wird erwartet, dass die Probleme mit der Bedienung bei der Weiterentwicklung von HTML5 sukzessive gelöst werden. Auch die Internetanbindung sollte zukünftig kein Problem mehr darstellen. Mittlerweile können schon über 10 Millionen Haushalte LTE empfangen. Das Unternehmen Vodafone hat zum Beispiel angekündigt, dass es bis Ende 2012 eine 90-prozentige Bevölkerungsabdeckung mit mobilem Breitband-Internet geben soll.
 
Redaktionskontakt:
Dr. Reinhard Sander
ISIP e.V. Geschäftsstelle, Rüdesheimer Str. 60-68, 55545 Bad Kreuznach
Telefon: 0671/820-430, Telefax: 0671/820-402, E-Mail: sander@isip.de
Internet: www.isip.de

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