DLG e.V. - Pressemeldungen

Presseinformationen für die Landwirtschaft:

„Eine Welt ohne Hunger“

Landtechnik kann wesentlichen Beitrag zur Ernährungssicherung leisten – Pressegespräch auf der Agritechnica 2017 in Hannover

(DLG). Die Weltbevölkerung wächst täglich um 230.000 Menschen und allein in Afrika wird sich die Bevölkerung bis 2050 verdoppeln. Mit Blick auf die globale Ernährungssicherung steht die Weltgemeinschaft vor großen Herausforderungen. Die Landwirtschaft und mit ihr die Landtechnik nimmt bei der Problemlösung eine zentrale Rolle ein, so der Tenor des Pressegespräches zum Thema „Eine Welt ohne Hunger“ auf der Agritechnica 2017 in Hannover.
Dr. Gerd Müller, Bundesentwicklungshilfeminister, Prof. Dr. Martin Richenhagen Chairman, President & CEO AGCO, Prof. Dr. Joachim von Braun, Zentrum für Entwicklungsforschung an der Universität Bonn und DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer stellten in Hannover zwar das große Potenzial an bislang ungenutzten Ackerflächen dar und sehen, dass Afrika durchaus das Potenzial hat, ein Brotkorb für die Welt zu werden.
Aber Potenzial kann man nicht essen, ermahnte von Braun und bis es soweit ist, geht es nicht nur um mehr Land und mehr Wasser, sondern um mehr Wissen und darum, technische Lösungen zu entwickeln und effizient zu nutzen. Die Vereinten Nationen haben das Ziel, den weltweiten Hunger bis zum Jahr 2030 zu beenden, erinnerte Gerd Müller, und in Ländern mit dem größten Nahrungsmangel würden rund 80 Prozent der Agrarfläche von Kleinbauern bewirtschaftet. „Deshalb brauchen wir eine grüne Revolution von unten“, so Müller in Hannover. Müller wurde deutlich mit seinem Blick auf das Messeangebot der Agritechnica-Aussteller und mahnte um eine stärkere Beachtung der Bedürfnisse in den Problemregionen Afrikas und Südostasiens. „Wir können es, wir müssen es aber auch wollen“, so der Aufruf von Minister Müller.
„Das Problem Hunger ist komplexer geworden. und benötigt moderne und gleichzeitig auch anwenderfreundliche Landtechnik“, betonte Professor von Braun. Denn es gelte politische, ökologische und technische Probleme zu lösen. Der Wissenschaftler forderte dazu auf, die Chancen technischer und züchterischer Innovationen ohne Einschränkungen zu nutzen. Aber auch Themen wie Energie, Klimaschutz und Finanzierungen von moderner Technik müssten im Fokus weiterer Entwicklungsarbeit stehen. Darüber hinaus sieht er großen Bedarf bei sozialen Sicherungssystemen und der Entwicklung von Krisenszenarien für die Sicherheit der Menschen in den Entwicklungsländern.
Auch die Landtechnik hat ihren Blick auf die Agrarsysteme der Welt geändert. Es geht nicht mehr nur um High-Tech Lösungen und Digitalisierung. Die Technik muss zu den Anwendern passen. In den Schwellen- und Entwicklungsländern muss das Technikangebot für jene Landwirte passen, die in erster Linie sich, ihre Familie und vielleicht ihr Dorf versorgen, sagte Richenhagen. Dabei geht es um kleine Flächen, die nicht unbedingt wachsen werden, denn viele Kleinbauern befinden sich im Übergang zu Teilzeitaktivitäten. Gerade dann kann angepasste Technik die Produktivität für kleine Betriebe steigern. Richenhagen ging davon aus, dass sich durch eine passende Technikausstattung eine breite professioneller aufgestellte Landwirtschaft entwickeln kann, mit einem hohen Nebenerwerbsanteil. Die Landtechnikhersteller bieten bereits heute Lösungen, mit der die Welternährung für eine wachsende Bevölkerung gesichert werden könne. Gleichwohl komme es darauf an, als Landtechnikhersteller nicht nur Maschinen verkaufen zu wollen, sondern einen Schwerpunkt auf die Ausbildung der Menschen vor Ort zu setzen, so Richenhagen.
 
Ausbildung und Wissenstransfer sind für DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer, die Schlüssel für eine nachhaltige Intensivierung in der Landwirtschaft. Nur so könne es gelingen, Erträge effizient zu steigern, auch ohne große Flächenausdehnungen für die einzelnen Betriebe. Die Produktivität ist eine Voraussetzung für den ökonomischen Erfolg und kein Widerspruch Ressourcen- und Umweltschutz in Einklang zu bringen.
„Das waren auch die Anfänge der DLG“, sagte Bartmer mit Blick auf die 130-jährige Geschichte der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft und die Philosophie ihres Gründers Max Eyth. „Netzwerke bilden, Erfahrungen und Wissen austauschen, Innovationen fördern auf Messen und Ausstellungen und allen Wegen, wo dies möglich ist.“
Die Agritechnica sei ein einzigartiges Schaufenster für genau solche Innovationen und Entwicklungstrends in der Pflanzenproduktion auch in Entwicklungsländern. „Lokal angepasste Technologien, spezifisches, auf die jeweilige Agrarstruktur angepasstes Know-how könne die Basis für Ernährungssicherheit, Einkommen und Ausbildung und die Fähigkeit zu Investitionen schaffen.
 


Kontakt

DLG e.V.
Servicebereich Kommunikation
Eschborner Landstr. 122
60489 Frankfurt/M.
Telefon: +49(0)69/24 788-201

Guido Oppenhäuser

g.oppenhaeuser(at)DLG.org
(-213)
Leiter Kommunikation und Marketing

Friedrich W. Rach

f.rach(at)dlg.org
(-202)
Pressereferent Landwirtschaft und Ausstellungen

Dr. Frank Volz

f.volz(at)dlg.org
(-224)
Pressereferent Landtechnik, Redaktionsleitung DLG-Test Landwirtschaft

Dr. Malene Conlong

m.conlong(at)DLG.org 
(-237)
International Press Communications

Unsere Fachzeitschriften:

DLG-Mitteilungen
DLG Test Landwirtschaft