DLG e.V. - Pressemeldungen

Presseinformationen für die Landwirtschaft:

NovAtel Smart 6L Receiver für Fendt-Traktoren im DLG-Test

(DLG). Das Unternehmen AGCO hat mit dem aktuellen VarioGuide Lenksystem eine neue, übergreifende globale Technologiestrategie eingeführt: Unter der Bezeichnung „Fuse Technologies“ soll professionellen Landwirten eine nahtlose Integration und Konnektivität ihrer gesamten landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte ermöglicht werden – und zwar unabhängig von der Marke. AGCO gab damals an, mit Fuse das Precision Farming revolutionieren zu wollen und die Angebote aus den Bereichen Telemetrie und Datenmanagement, automatische Lenksysteme sowie weitere Kerntechnologien des Precision Farming dem Portfolio hinzufügen zu wollen. Diese Strategie wurde mit der neuesten Generation des Fendt VarioGuide-Lenksystems umgesetzt.
 
Neue Systemstruktur
Die größte Neuerung, die Fendt mit seiner aktuellen Version des Lenksystems VarioGuide implementiert hat, ist eine Öffnung des Systems für verschiedene Hersteller von Receivern für globale Navigationssatellitensysteme (Global Navigation Satellite System, GNSS). Dazu musste eine völlig neue Systemstruktur geschaffen werden.
 
Im bestehenden System waren der GNSS-Empfänger und die Navigations-Steuerung in einem Gesamtbauteil zusammengefasst. Nach Empfang der GNSS-Signale (Positionsdaten) und der Korrekturdaten wurde die exakte Position bestimmt und diese dann in Lenkbefehle umgesetzt. Letztere wiederum wurden dann an die Traktorhardware, sprich den Lenkrechner und das Lenkventil, übertragen, die Daten mit den Werten anderer Sensoren abgeglichen und mit der Bedienoberfläche auf dem Traktorterminal verknüpft und dargestellt.
 
Bei der neuen Generation wurde der Navigations-Controller vom GNSS-Empfänger getrennt und im Systemlayout der Traktorseite zugeschlagen. Im Unterschied zum alten System werden nun keine Lenkbefehle mehr übertragen, sondern es besteht die Möglichkeit, die Lenkautomatik mittels eines beliebigen GNSS-Empfängers mit korrigierten Positionsdaten zu versorgen. Einzige Bedingung: Der Receiverhersteller muss sich bei den übergebenen korrigierten Positionsdaten an das Datenformat der von AGCO vordefinierten Receiverschnittstelle halten. Gemäß der Fuse-Philosophie legt AGCO jedoch die Schnittstellendefinitionen für jeden interessierten Zulieferer offen.
 
Für den Landwirt hat die Änderung des Systemlayouts den Vorteil, dass nun verschiedene Receiver- und Korrekturdatenkombinationen zur Verfügung stehen und genutzt werden können. Neben einer anderen Kostenstruktur wird hier sicherlich der Abstand zur nächsten verfügbaren Basisstation eine Rolle spielen, da dies einen direkten Einfluss auf die Genauigkeit des Lenksystems hat.
 
NovAtel Smart6-L
Neben zwei bereits bekannten Marken ist nun ein Receiver des kanadischen Herstellers NovAtel hinzugekommen. Der NovAtel Smart6-L ist im Vergleich zu den anderen verfügbaren Produkten ein relativ kostengünstiges Produkt. Der Hersteller selbst ist – eigentlich verwunderlich – bislang auf dem europäischen Landtechnikmarkt noch relativ unbekannt. Nichtsdestotrotz gehört NovAtel zu Hexagon und damit zum gleichen Mutterkonzern wie beispielsweise Leica Geosystems, einer der Branchenprimusse für Vermessungswerkzeuge. In der aktuellen DLG-Prüfung konnte nun erstmals der NovAtel-Receiver Smart6-L mit zwei verschiedenen Korrektursignalen unter die Lupe genommen werden. Für die Prüfung war der Receiver auf einem Fendt 828 Vario S4 verbaut. Als Korrektursignale standen die Novatel-Signale TerraStar-C und TerraStar-L mit Genauigkeiten im Zentimeter- bzw. Dezimeterbereich zur Verfügung. Der Empfänger selbst ist in der Lage, die Positions-Genauigkeit bis zu einer Minute nach Verlust des Korrektursignals aufrecht zu erhalten.
 
Prüfprogramm erfolgreich absolviert
Für die aktuelle Prüfung musste der NovAtel-Receiver teilweise dieselben Prüfungen wie das vor rund vier Jahren im DLG-Prüfbericht „6158F“getestete Fendt-System absolvieren. In Sachen Lenkgenauigkeit waren dies vor allem Geradeausfahrten entlang einer vorher programmierten A-B-Linie bei 8 km/h (Bild 1) und 15 km/h sowie das Folgen einer Halbkreis-Linie mit 5 km/h. In beiden Fällen mit langsamer Geschwindigkeit wurde bei Verwendung des hochwertigeren TerraStar-C-Korrektursignals die Genauigkeitsklasse von 2 bis 3 cm erreicht.
  
Fazit und Ausblick
Mit der Öffnung der Position des GNSS-Empfängers für verschiedene Zulieferer bietet Fendt im Rahmen der AGCO-Fuse-Technologie dem Landwirt interessante Alternativen zum bisherigen Lieferprogramm an. Die Details zur Prüfung enthält der Prüfbericht 6802, der in Kürze veröffentlicht wird. Für die Zukunft wird ein Update des DLG-Prüfrahmens für die bei NovAtel, aber auch anderen Anbietern, verwendeten „L-Band“ PPP (Precise-Point-Position) Korrektursignale entwickelt, um auch hier noch weitere Informationen über das Verhalten bei Abschattungssituationen zu erhalten.
 
Interessenten erhalten weitere Informationen beim DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel. Ansprechpartner ist Jürgen Goldmann, Tel.: 069/24788-674 oder E-Mail: j.goldmann@dlg.org.
 


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