DLG e.V. - Pressemeldungen

Presseinformationen für die Landwirtschaft:

Claas-Rundballenpresse Variant 485 RC PRO: Runde Sache

Ein DLG-ANERKANNT für eine Landmaschine bedeutet das Bestehen einer umfassenden Gebrauchswertprüfung nach unabhängigen und anerkannten Bewertungskriterien, die eine Prüfungskommission vorgibt. Die Claas Rundballenpresse Variant 485 RC PRO hat die Prüfung erfolgreich absolviert.

Die Funktionsprüfung der Claas Variant in Stroh zum Ende der Weizenernte im Süden Frankreichs wird allen Beteiligten für lange Zeit in Erinnerung bleiben. 38 °C im Schatten, aber Schatten gab es kaum – im wahrsten Sinne des Wortes eine schweißtreibende Angelegenheit. Neben dem begehrten Prüfzeichen „DLG-ANERKANNT“ für die Presse wollten die Verantwortlichen bei Claas vor allem herausfinden, wie sich ihr Produkt unter den neutralen Augen der DLG-Prüfer bewährt, in welchen Bereichen besonders gute Ergebnisse auftreten und an welchen Punkten für die späteren Pressengenerationen möglicherweise noch Entwicklungspotenzial besteht.
Über das sowieso umfassende Programm hinaus stand aber noch ein weiterer Punkt auf dem Prüfplan: Die Claas Variant bietet die Möglichkeit, die Zapfwellendrehzahl von 1.000 min-1 auf 800 min-1 zu reduzieren. Hierzu wurden umfangreiche Praxistests in Grassilage und Stroh bei verschiedenen Einstellungen durchgeführt, bei denen jeweils Kraftstoffverbrauch, Fahrgeschwindigkeit, Leistungsbedarf und die Ballengewichte, bei der Silageprüfung zusätzlich die Ballendichteverteilung, gemessen wurden.

Hohe Durchsatzleistung
Claas gibt im Vergleich zum Claas gibt im Vergleich zum Vorgängermodell an, dass bei der Claas Variant 485 RC PRO sowohl die Bandgeschwindigkeit bei Nenndrehzahl als auch die Öffnungs- bzw. Schließgeschwindigkeit der Heckklappe erhöht wurden, was insgesamt zu reduzierten Standzeiten und höherem Stundendurchsatz führt. Bei den von der DLG vorgegebenen Fahrgeschwindigkeiten konnte unter den Bedingungen im Feldversuch eine praktische Durchsatzleistung von bis zu 40,4 t Frischmasse pro Stunde in Silage (bei 5,1 km/h und 14 Messern) erreicht werden. Die praktische Durchsatzleistung berücksichtigt hierbei anders als die theoretische Durchsatzleistung die Standzeit für das Binden und Auswerfen des Ballens. Einen Überblick über die Durchsatzleistungen der Claas Variant unter den verschiedenen Versuchsbedingungen zeigt Bild 1.
Bild 2 zeigt beispielhaft die gleichmäßige Dichteverteilung in einem Silageballen, der bei einer Fahrgeschwindigkeit von 3,6 km/h (DLG-Vorgabe) und einer Pressdichte von 100 % mit sieben Messern hergestellt wurde. Der Ballen hat eine mittlere Ballendichte von 449,4 kg/m³ FM bei 38,3 % TM. Die Dichteverteilung zeigt einen gefestigten Ballenkern mit der höchsten Dichte zwischen Ballenkern und Randschicht. Im Ergebnis positiv vermerkt wurde ebenfalls, dass der vorgewählte Ballendurchmesser und die Lagenanzahl mit geringfügigen Abweichungen eingehalten wurden.

Reduzierte Drehzahl spart Sprit
Mit der Reduzierung der Zapfwellendrehzahl von 1.000 min-1 auf 800 min-1 sinken im Versuch sowohl der Leistungsbedarf als auch der Kraftstoffverbrauch über die Vergleichsvarianten im zweistelligen Bereich zwischen 12,8 % und 27,9 % bezogen auf die Frischmasse. Dies sind für die Praxis vielversprechende Ergebnisse, denn die Durchsatzleistungen und Pressdichten bleiben nahezu gleich. Für den Landwirt bedeutet das, dass er seine Ballen auch mit 800 min-1 pressen kann und dass er dabei noch Kraftstoff spart.

Praktiker bewerten Handhabung
Insgesamt sechs Landwirte nahmen die Claas Variant in den praktischen Einsatz und bewerteten über einen Fragebogen verschiedene Handhabungskriterien. Über verschiedene Fragen wurden die Blöcke „An- und Abhängen“, „Bedienung und Einstellung“ sowie „Arbeitsqualität“ und „Reinigung und Wartung“ bewertet. Die Presse erreichte hier eine Gesamtnote von 2,2. Zusätzlich wurde der Zeitbedarf von häufig wiederkehrenden Wartungsarbeiten ermittelt. Hierzu mussten mehrere Testpersonen alle Schmiernippel abschmieren, die gesamten Messer ausbauen und eine Netzrolle einlegen, wobei der Zeitbedarf gemessen wurde. Über die Befragung hinaus gaben die Praktiker einige positive Rückmeldungen zu Details, wie beispielsweise der Strukturierung der Einstellmöglichkeiten in den übersichtlichen, gut dargestellten und einfach verständlichen Menüs. Gleichzeitig könnten laut Meinung der Praktiker audiovisuelle Signale wie zum Beispiel die Meldung „Binden abgeschlossen“ noch deutlicher bzw. lauter mitgeteilt werden. Der insgesamt sehr positive Eindruck wurde aber auch durch den ISOBUS-Praxistest bestätigt, bei dem die über das Terminal angesteuerten Funktionen der Ballenpresse mit drei unterschiedlichen ISOBUS-Terminals ausgeführt werden. Diese Teilprüfung wurde erfolgreich und vor allem ohne Initialisierungsschwierigkeiten bestanden.

Fazit
Die Claas-Rundballenpresse Variant 485 RC PRO erreichte über weite Bereiche der im DLG-Prüfrahmen festgesetzten Prüfkriterien gute Ergebnisse. Eine reduzierte Zapfwellendrehzahl von 800 min-1 bei zusätzlichen Messfahrten hatte wenig Einfluss auf den Durchsatz und die Ballendichte, führte jedoch zu einer deutlichen Reduzierung von Leistungsbedarf und Kraftstoffverbrauch. Weitere Details enthält der DLG-Prüfbericht, der kostenfrei unter www.dlg.org/ernte.html abgerufen werden kann, Anfragen beantwortet Georg Horst Schuchmann vom DLG-Testzentrum ( g.schuchmann@dlg.org, 069/24788-627).
 


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