DLG e.V. - Pressemeldungen

Presseinformationen für die Landwirtschaft:

Insekten als Futtermittel (noch) zu teuer

Team Weihenstephan der Jungen DLG diskutierte alternative Futter- und Lebensmittel

(DLG). Das Füttern von Insekten mit tierischem Eiweiß (anderer Insekten) zum Zwecke der Proteinverfütterung für Nutztiere ist wirtschaftlich nicht sinnvoll. Es muss mit „wiederkauenden“ Insekten gearbeitet werden, die also Gras als Futtergrundlage haben. Auf diese Aussage konnten sich die Referenten kürzlich bei der Veranstaltung „Hui oder pfui – Insekten als alternatives Futter- und Lebensmittel?“ bei der Jungen DLG/Team Weihenstephan einigen.
 
Dass aber auch die Graserzeugung für diese „wiederkauenden“ Insekten, bedingt durch den deutschen Winter im Gewächshaus, nicht ganz kostengünstig ist, stellte Andreas Graf von Bugs-International GmbH dar. Dies ist aus seiner Sicht einer der Gründe, warum die Erzeugung von Insekten für tierische Futtermittel derzeit nicht kostendeckend möglich ist. Er sieht die Zukunft seines Unternehmens vorläufig im Zoofachhandel. Hierüber plant er für 2017 auch die Einführung von Insekten für den menschlichen Verzehr.
 
In wie weit Insekten für die Humanernährung zugelassen sind, und werden ist in Deutschland Sache der Länder. Silke Helbe vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg ging nicht nur auf die rechtliche Situation in Deutschland ein, sondern auch auf die großen Wissenslücken und den enormen Forschungsbedarf auf diesem Gebiet. Dieses fehlende Wissen und eine rechtliche Verbindlichkeit sind aus ihrer Sicht einer der Hauptgründe dafür, dass Insekten für Tier- und Humanernährung in Deutschland erst eine geringe Verbreitung finden.
 
Dass Insekten aber auch einen gewissen Anspruch an die Futterqualität haben, wurde von Prof. Dr. Wilhelm Windisch, Lehrstuhl für Tierernährung Technische Universität München belegt. Er stellte eine Studie zur „Mehlkäfer-Mast“ vor, die zeigt, dass niedrige Futterqualität durch eine erhöhte Futteraufnahme kompensiert wird. Die Schlussfolgerung hieraus ist, dass auch Insektenfutter zu einem gewissen Grad ergänzt werden muss.
 
Die Frage rund ums Tierwohl bei der Insektenhaltung und die „Schlachtung“ von Insekten wurden in der Podiumsdiskussion intensiv diskutiert. Heinrich Katz von der Hermetia Deutschland GmbH wies nicht nur auf die Problematik der Schlachtung hin, sondern erläuterte dem Publikum auch die Grenzen des Wachstums, wie Zucht, die doppelte Transformation von Eiweiß und rechtliche Fragen der Insektenerzeugung.
 
Weitere Informationen sind erhältlich bei der DLG. Ansprechpartnerin ist Svea Sievers, Tel.: 069/24788-324 oder E-Mail: s.sievers@dlg.org.
 


Kontakt

DLG e.V.
Servicebereich Kommunikation
Eschborner Landstr. 122
60489 Frankfurt/M.
Telefon: +49(0)69/24 788-201

Guido Oppenhäuser

g.oppenhaeuser(at)DLG.org
(-213)
Leiter Kommunikation und Marketing

Friedrich W. Rach

f.rach(at)dlg.org
(-202)
Pressereferent Landwirtschaft und Ausstellungen

Dr. Frank Volz

f.volz(at)dlg.org
(-224)
Pressereferent Landtechnik, Redaktionsleitung DLG-Test Landwirtschaft

Dr. Malene Conlong

m.conlong(at)DLG.org 
(-237)
International Press Communications

Unsere Fachzeitschriften:

DLG-Mitteilungen
DLG Test Landwirtschaft