DLG e.V. - Test Durchlauftrockner AgroDry MDB-XN 2/17-SB

Durchlauftrockner AgroDry MDB-XN 2/17-SB

Beurteilung – kurz gefasst

Bei der Prüfung des Durchlauftrockners wurden gute Ergebnisse beim Durchsatz und sehr gute beim spezi­fischen thermischen Energiebedarf festgestellt. Der Durchsatz des Herstellers konnte während der Prüfung nicht vollständig erreicht werden. Grund hierfür könnte sein, dass das tatsächliche Schüttgewicht des Mais deutlich niedriger als das Auslegungsschütt­gewicht war.

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Tabelle 1: Zusammenfassung der Ergebnisse

Trocknungsleistung Bewertung*
Durchsatz
Trockengut (Betriebsbedingungen) 22,95 t/h k.B.
Trockengut (Standardbedingungen) 21,05 t/h
Feuchtgut (Betriebsbedingungen) 29,39 t/h k.B.
Feuchtgut (Standardbedingungen) 27,48 t/h
Feuchtereduzierung Maiskörner 18,7 % (von 33,4 % auf 14,7 %) k.B.
Wasserentzug Maiskörner 6,43 t/h k.B.
Energiebedarf
Energiebedarf je t Feuchtgut
– thermisch 190,3 kWh/t + +
– elektrisch 5,6 kWh/t + +
Spezifischer Energiebedarf je Wasserentzug 750,8 kWh/t (2.703 kJ/kg) + +
Luftdurchsatz je t Feuchtgut ~7.300 m³ + +

Bemerkungen
Standardbedingungen: Trocknung von 35 % auf 15 % Feuchte bei Umgebungsbedingungen von 5 °C, 80 % relativer Luftfeuchte und 1.013 mbar. Die Messwerte wurden bei einer Heißlufttemperatur von 132 °C bzw. 135 °C ermittelt. Die Auslegungstemperatur liegt bei 125 °C.

* Bewertungsbereich: ++ / + / ◯ / – (◯ = Standard, k.B. = keine Bewertung)

Das Produkt

Durchlauftrockner AgroDry® MDB-XN 2/17-SB

Beschreibung und technische Daten:

Der Durchlauftrockner AgroDry® MDB-XN 2/17-SB der Stela Lax­huber GmbH trocknet das Trocknungsgut im Durchlaufverfahren.

Das Frischgut durchläuft die beiden Trocknungssäulen von oben nach unten. Durch die in den Säulen angeordneten Dachkanäle strömt die Luft in die Produktschüttung bzw. wieder heraus. Hierbei strömt die warme Zuluft durch einen Dach­kanal in die Schüttung hinein. Das Produkt wird auf diese Weise erhitzt und gibt seine Feuchtigkeit an die Luft ab. Die auf diese Weise ­abgekühlte und mit Wasser angereicherte Luft strömt durch einen Abluftkanal aus der Produktschüttung wieder heraus. Die Luft wird mit Hilfe von insgesamt vier Ventilatoren durch die Trocknungssäulen gesaugt.

Die geprüfte Anlage ist mit der ­STELA-Biturbo-Technologie ausgestattet. Bei dieser Luftführung wird das Trocknungsprodukt im unteren Bereich der Trocknungsanlage (unterer Trocknungsabschnitt) mit einer ­Mischluft, bestehend aus der angesaugten und durch einen Gasflächenbrenner erhitzten Frischluft und der aus den Kühlzonen vor­gewärmten Zuluft, beaufschlagt. Diese Mischluft wird über zwei Axialgebläse angesaugt und anschließend vom unteren Trocknungsabschnitt in den oberen Abschnitt geleitet. An dieser Stelle wird der Mischluft erneut aufgeheizte Frischluft zugemischt. Mit dieser neuen Mischluft wird das Trocknungsprodukt im oberen Trocknungsabschnitt beaufschlagt. Die Luft für den oberen Trocknungsabschnitt wird von zwei Axialventilatoren angesaugt und nach dem Durchströmen des Trocknungsprodukts wieder an die Umgebung abgegeben. Durch diese Luftführung soll im oberen Trocknungsbereich eine ­Reinigung der Luft durch das feuchte Trocknungsprodukt erfolgen und so die Staubentwicklung reduziert werden. Weiterhin wird durch diese Technik der Luftbedarf deutlich ­reduziert.

Der Trockner ist für die Trocknung von Mais ausgelegt und eignet sich laut Hersteller auch für die Trocknung von Weizen und Raps.

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Tabelle 2: Technische Daten (Herstellerangaben)

Produktdaten
Bezeichnung Mais*
Schüttgewicht (feucht) 750 kg/m³
Aufgabefeuchte 35 %
Endfeuchte 15 %
Auslegungsdaten
Heißlufttemperatur 130 °C
Umgebungstemperatur 10 °C
Umgebungsfeuchte 50 % r.F.
Leistungsdaten
Durchsatz Feuchtgut max. 33,6 t/h
Durchsatz Trockengut max. 25,7 t/h
Wasserverdampfungsleistung max. 7,9 t/h
Trocknerdaten
Trocknerinhalt 164 t **
Aktiver Trocknerinhalt 143 t **
Abmessungen L x B x H 14,8 m x 7,8 m x 24,8 m
Elektrischer Anschlusswert 184 kW
Ventilatoren
Einbau Abluft-
ventilator Zwischenluft­-
ventilator
Anzahl 2 2
Antriebsleistung je 55 kW 37 kW
Luftleistung maximal 2 x 98.500 m³/h 2 x 81.500
Nennleistung Abluft 159.800 m³/h
Lufterhitzer
Typ Gasflächenbrenner Maxon
Heizmedium Flüssiggas
Heizwert 25 bis 27 kWh/m³ i.N.
Leistung maximal 2 x 5,4 MW

Bemerkungen
    *    gereinigtes, biologisch ausgereiftes Nassgut
    **    bei Schüttgewicht 750 kg/m³

Die Methode

ie Prüfung der Trockungsanlage wurde auf einem Betrieb im Landkreis Bydgoski, Polen durchgeführt. Die Prüfung erfolgte am 9. und 10. November 2016. Der Betrieb verwendet Propan zum Heizen des Trockners. Getrocknet werden unterschiedlichste Güter. Innerhalb dieser Prüfung wurde die Trocknung von Mais begutachtet.

Durch die gute Witterung und dem geeigneten Prüfzeitpunkt lag ein reifer und qualitativ hoch­wertiger Körnermais vor.

Zur Bestimmung der Trocknungs­leistung wurde die gesamte Menge an feuchten Maiskörner während der Prüfung mit Hilfe einer geeichten Fahrzeug­waage gewogen. Weiterhin wurden Proben vom Frischgut und Trockengut gezogen, um die Feuchte des Mais zu be­stimmen.

Der Durchsatz des Feuchtguts () er­rechnet sich aus der Masse des Feuchtguts () bezogen auf die hierfür benötigte Zeit (), siehe Übersicht 1 und 2.

Der Durchsatz des Trockenguts () berechnet sich aus dem Durchsatz des Feuchtguts und den ermittelten Feuchten des Trocken- und Feuchtguts  ( und ).

Mit den Trocknerleistungen ( und ) lässt sich der Wasserentzug () berechnen.

Die Ermittlung der eingesetzten thermischen Energie erfolgte über Gasmengenzähler.
Die Luftvolumenströme wurden mit einer Differenzdruckmessung mit zugehöriger Ventilator-Kennlinie ermittelt.

Bei einem Fassungsvermögen des Trockners von ca. 164 t sind bei einem Durchsatz von etwa 34 t
Trockenmais pro Stunde üblicherweise mindestens zehn Stunden bzw. zwei Trocknerdurchgänge als mittlere Totzeit einzukalkulieren, bis sich ein stabiler Betriebspunkt eingestellt hat. Nach Angaben des Herstellers kann diese Totzeit an­lagenspezifisch und abhängig von der Witterung variieren.
Bei den angegebenen Leistungs­daten handelt es sich um Werte, die bereits auf Standardbedingungen umgerechnet wurden. Die Aus­wertungen begannen jeweils nach ­Einstellung eines stabilen Betriebspunkts und erstreckten sich je ­Zyklus auf ca. 14 Stunden. Zur Übersichtlichkeit sind nicht alle Prüf­zyklen in diesem Prüfbericht dargestellt.

Die Testergebnisse im Detail

In Tabelle 3 sind die Ergebnisse der Prüfung zusammengefasst dargestellt. Hierbei sind die blau hinterlegten Werte Messwerte, die anderen Werte wurden berechnet bzw. ermittelt.

Betriebsweise

Die Trocknungsanlage wird per Hand gefahren, eine Regelung über die Eingangs- und/oder Ausgangsfeuchte des Produkts erfolgen nicht. Die Feuchte des eingehenden ­Produkts wird ebenfalls nicht bestimmt. Durch diese Gegebenheiten werden die Möglichkeiten der Anlage nicht möglicherweise ausgeschöpft.

Der Hersteller sieht vor, im unteren Trocknungsabschnitt höhere Temperaturen als im oberen Bereich anzuwenden. Innerhalb der Prüfung wurde im unteren Trocknungsbereich eine Zulufttemperatur von etwa 150 °C erreicht. Die Temperatur im oberen Trocknungsabschnitt lag immer 20 K niedriger, also bei etwa 130 °C.

Durchsatz

Der berechnete Durchsatz der Anlage lag bei 21,05 t Trockengut pro Stunde bei einer Trocknung von 35 %  auf 15 % Maisfeuchte und einer Umgebungstemperatur von 5 °C. Hierfür mussten stündlich 27,48 t frischer Körnermais zur Verfügung gestellt werden. Das entspricht einem stündlichen Wasserentzug von 6,43 t. Der Durchsatz des Herstellers konnte während der Prüfung nicht vollständig erreicht werden. Grund hierfür könnte sein, dass das tatsächliche Schüttgewicht  des Mais (680 kg/m3) deutlich niedriger als das Auslegungsschüttgewicht (750 kg/m3) war.

Energiebedarf

Während der Prüfung wurden im Mittel 5.230 kW Heizleistung in den Trockner eingebracht. Das bedeutet, dass pro Tonne Frischgut 190,3 kWh thermische Energie benötigt wurden, um das Gut zu trocknen. Hierbei wurden im Mittel 6,43 t Wasser stündlich verdampft, so dass zum Verdampfen von einem Kilogramm Wasser 2.703 kJ (entspricht 751 kWh/t) benötigt wurden. Um ein Kilogramm (ca. 1 Liter) Wasser bei einer Korntemperatur von 50°C und einem Luftdruck von 1.013 mbar zu verdunsten, werden theoretisch 2.382 kJ Energie be­nötigt. Unter Berücksichtigung des Wirkungsgrades einer konvektiven Trocknungsanlage sind die ermittelten Werte als sehr gut einzustufen.

Der elektrische Energiebedarf betrug im Durchschnitt 164,4 kW. Pro Tonne Frischgut musste somit 5,6 kWh elektrische Energie auf­gebracht werden. Dieser Wert ist ebenfalls sehr gut.

Temperaturen im Trockner

In Bild 2 sind exemplarisch die Temperaturverläufe im Trockner während eines Prüfzyklus von 2 bis 6 Uhr dargestellt. Durch den stabilen Betriebspunkt ist die Schwankung der Temperaturen sehr gering.

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Tabelle 3: Übersicht über die gemessenen und berechneten Werte

Position in Schema (Bild 2)
Datum 9. bis 10.11.2016
Trocknungsgut Mais
Prüfungszeitraum 10:17 bis 00:12 Uhr
Dauer 13,92 h
Trocknungsgutmengen
Trocknungsgut, gesamt (trocken) 319,43 t
Trocknungsgut, gesamt (feucht) 409,12 t
Umgebungsbedingungen
rel. Luftfeuchte Umgebung 1 90,1 %
Umgebungstemperatur 1 -1,4 °C
Umgebungsdruck 1 1000 mbar
Zulufttempetarturen
Vorwärmung Säule 1 2 45,1 °C
Vorwärmung Säule 2 2 53 °C
Heißluft unten Säule 1 3 150,9 °C
Heißluft unten Säule 2 3 151,7 °C
Zwischenluft Säule 1 4 61,3 °C
Zwischenluft Säule 2 4 66,6 °C
Heißluft oben Säule 1 4 132,5 °C
Heißluft oben Säule 2 5 129,6 °C
Luftzustände
rel. Luftfeuchte Fortluft Säule 1 7 -95 %
rel. Luftfeuchte Fortluft Säule 2 7 91,9 %
Fortlufttemperatur Säule 1 7 40,1 °C
Fortlufttemperatur Säule 2 7 42,1 °C
Maisfeuchten, gemittelt
Feuchte Nassgut 8 33,4 %
Feuchte Trockengut 9 14,7 %
Feuchteentzug 18,7 %
Durchsatz
trocken 9 22,95 t/h
korrigiert auf Standardbedingungen 21,05 t/h
feucht 8 29,39 t/h
korrigiert auf Standardbedingungen 27,48 t/h
Wasserentzug
bezogen auf Standardbedingungen 6,43 t/h
Gasverbrauch (Betriebsvolumen)
Brenner oben 10 121,1 m³/h
Brenner unten 11 80,8 m³/h
Gesamt 201,9 m³/h
spezifisch auf Trockengut bezogen 9,6 m³ Gas/t
spezifisch auf Feuchtgut bezogen 7,3 m³ Gas/t
spezifisch auf Feuchtgut bezogen 0,7 m³ Flüssiggas/100 kg
spezifisch auf Feuchtgut bezogen 0,4 m³ Flüssiggas/t %
spezifisch auf Feuchtgut bezogen 1,9 m³ Erdgas/100 kg
spezifisch auf Feuchtgut bezogen 1 m³ Erdgas/t %
Heizleistung/-energie
Brenner oben 10 3137,7 kW
Brenner unten 11 2091,8 kW
Gesamt 5229,5 kW
spezifisch auf Trockengut bezogen 248,4 kWh/t
spezifisch auf Feuchtgut bezogen 190,3 kWh/t
Benötigte Energie pro Wassermenge
Betriebsbedingungen 813,5 kWh/t
Betriebsbedingungen 2928,7 kJ/kg
Korrektur Maistemperatur 14,5 kJ/kg
Korrektur Lufttemperatur -240,1 kJ/kg
Standardbedingungen (5°C) 750,8 kWh/t
Standardbedingungen (5°C) 2703 kJ/kg
Druckdifferenz
Abluftventilator Säule 1 7 802 Pa
Abluftventilator Säule 2 7 724 Pa
Zwischenluftventilator Säule 1 12 664 Pa
Zwischenluftventilator Säule 2 12 706 Pa
Luftdurchsatz
Abluftventilatoren 7 200000 m³/h
Zwischenluftventilatoren 12 165000 m³/h
Abluftvolumenstrom 7 200000 m³/h
spezifisch auf Trockengut bezogen 9500 m³/t
spezifisch auf Feuchtgut bezogen 7278 m³/t
elektrische Leistung
Mittelwerte 164,4 kW
bezogen auf 1 t Nassgut 5,6 kWh/t

Bemerkung
Standardbedingungen: Trocknung von 35 % auf 15 % Feuchte bei Umgebungsbedingungen von 5 °C, 80 % relativer Luftfeuchte und 1013 mbar

Fazit

Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse erfüllt der Durchlauftrockner AgroDry® MDB-XN 2/17-SB der Stela Laxhuber GmbH bezüglich der Prüfkriterien innerhalb der Prüfung „Trocknungsleistung und Energie­bedarf“ die Anforderungen „Standard“ (◯) oder besser für die Vergabe des Prüfzeichens „DLG-ANERKANNT in Einzelkriterien“. Dadurch ist er Trockner grundsätzlich geeignet Mais zu trocknen.

Kontakt

DLG e.V.
DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel
Max-Eyth-Weg 1
64823 Groß-Umstadt
Tel: +49(0)69/24 788-600
Fax: +49(0)69/24 788-690
E-Mail: tech(at)DLG.org

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Ein Prüfzeichen „DLG-ANERKANNT in Einzelkriterien“ wird für landtechnische Produkte verliehen, die eine umfangsreduzierte Gebrauchswertprüfung der DLG nach unabhängigen und anerkannten Bewertungskriterien erfolgreich absolviert haben. Die Prüfung dient zur Herausstellung besonderer Innovationen und Schlüsselkriterien des Prüfgegenstands. Der Test kann Kriterien aus dem DLG-Prüfrahmen für Gesamtprüfungen enthalten oder sich auf andere wertbestimmende Merkmale und Eigenschaften des Prüfgegenstandes fokussieren. Die Mindestanforderungen, die Prüf­bedingungen und -verfahren sowie die Bewertungsgrundlagen der Prüfungsergebnisse werden in Abstimmung mit einer DLG-Expertengruppe festgelegt. Sie entsprechen den anerkannten Regeln der Technik sowie den wissenschaft­lichen und landwirtschaftlichen Erkenntnissen und Erfordernissen. Die erfolgreiche Prüfung schließt mit der Veröffent­lichung eines Prüfberichtes sowie der Vergabe des Prüfzeichens ab, das fünf Jahre ab dem Vergabedatum gültig ist.

Der DLG-ANERKANNT Test „Trocknungsanlagen“ umfasst die Prüfung der Qualität und Eignung einer Trocknungsanlage. Die Kriterien „Trockungsleistung und Energie­bedarf“ geben Auskunft darüber wie hoch der Durchsatz der Anlage ist und welche Energie hierfür ­benötigt wird. Andere Kriterien wurden nicht überprüft.

Hersteller und Anmelder

Stela Laxhuber GmbH,
Laxhuberplatz 1,
D-84323 Massing

Kontakt:
Telefon: +49 8724 899-0,
Fax: +49 8724 899-80,
E-Mail office(at)stela.de
Internet:  www.stela.de

Prüfungsdurchführung

DLG e.V.,
Testzentrum Technik und Betriebsmittel,
Max-Eyth-Weg 1,
64823 Groß-Umstadt

DLG-Prüfrahmen
DLG-ANERKANNT Test „Trocknungsanlagen“
(Stand 09/2013)

Fachgebiet
Innenwirtschaft

Bereichsleiterin
Dipl.-Ing. Susanne Gäckler

Prüfingenieur
Dipl.-Ing. (FH) Sander Schwick, M.Sc.*


* Berichterstatter