DLG e.V. - Länderreport Polen 2017 - Geschäftsklima und Investitionsbereitschaft

Länderreport Polen 2017 - Geschäftsklima und Investitionsbereitschaft Wirtschaftsumfeld freundlicher, Spitzenwert bei der Investitionsneigung im Europa-Vergleich

Landwirte in Polen beurteilen das Geschäftsklima besser als noch zu Beginn des Jahres. Die Investitionsbereitschaft der Landwirte erreicht im Vergleich der weiteren in Europa befragten Landwirte einen Spitzenwert. Die Betriebsleiter in Polen schlagen wieder den Expansionspfad ein.

DLG-Agrifuture Insights gibt Einblicke in die Investitionspläne landwirtschaftlicher Unternehmer in Polen.

  • Die Landwirte in Polen sind mit der aktuellen Geschäftslage zufriedener als noch im Frühjahr 2017. Mit 2,9 Punkten beurteilen die Landwirte die aktuelle Lage so gut wie zuletzt im Herbst 2014. Die Landwirte haben das Stimmungstief der Jahre 2015 und 2016 hinter sich gelassen.
  • Die Milchviehhalter und die Marktfruchtproduzenten sind zuversichtlicher für die Geschäftsentwicklung der kommenden 12 Monate, die Erwartungen haben sich nach den verhaltenen Erwartungen der Jahre 2015 und 2016 normalisiert. Die Schweinehalter hingegen sind für die weitere Geschäftsentwicklung der kommenden 12 Monate skeptischer.
  • Das bessere wirtschaftliche Umfeld führt zu einer um +4 Prozentpunkte höheren Investitionsbereitschaft als noch im Frühjahr 2017. Der Wert steigt auf 49 Prozent.

Landwirte in Polen sind mit der aktuellen Geschäftslage zufriedener

Landwirte in Polen sind mit der aktuellen Geschäftslage zufriedener als noch im Frühjahr 2017. Der im Herbst 2016 einsetzende Aufwärtstrend hat sich weiter fortgesetzt und die Landwirte bewerten die Lage insgesamt durchschnittlich. Denn die betrieblichen Einkommen sind in den Jahren 2015 und 2016 zwar gesunken, jedoch sind extreme Preiseinbrüche ausgeblieben. So war bspw. der Preisrückgang bei Milch moderat, denn von den in der Spitze im Jahr 2014 erzielten 32 cent / kg Milch waren die Preise mit 25 cent / kg Milch im Jahr 2016 verhältnismäßig moderat.

Zur Stimmungsaufhellung hat beigetragen, dass Schweinefleisch und Milch aus Polen gefragt sind. Nach dem Einbruch der Exporte in Folge des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest und der aufgrund dessen verhängten Exportstopps haben sich die Exporte im Jahr 2016 deutlich erholt. Denn gegenüber dem Jahr 2015 haben die Exporte in 2016 um 10 Prozent zugelegt.  Durch verbesserte Leistungen ist die Ferkelerzeugung im Land gestiegen, aber auch die Einfuhr von Ferkeln hat zugelegt.

Die Marktfruchterzeuger haben im Jahr 2017 eine um 1,3 Mio. t höhere Weizenernte als im Jahr 2016 eingefahren und damit ein besseres Ergebnis erzielt als im Jahresverlauf prognostiziert worden war. Und auch die Gersten- und Maisernte ist höher ausgefallen. Allerdings sind die Preise im Vergleich der letzten Jahre bedingt durch die global hohe Getreideernte unter Druck.

Erwartungen an die Geschäftsentwicklung: Milchviehhalter und Marktfruchterzeuger zuversichtlicher

Die Milchviehhalter profitieren von einem überwiegend positiven wirtschaftlichen Umfeld und den steigenden Milchpreisen. Die Nachfrage nach polnischer Milch zieht auch aufgrund dynamisch wachsender Exporte nach Deutschland an. Insgesamt steigt die in Polen angelieferte Milch gegenüber dem Jahr 2016 um 6 Prozent. Die Milchproduzenten vermarkten zu höheren Preisen und können ihre Umsätze im laufenden Jahr wieder steigern. Dies führt unter den polnischen Milchproduzenten zu mehr Zuversicht für die Geschäftsentwicklung der kommenden 12 Monate. Die Erwartungen haben sich damit, verglichen mit dem Verlauf der letzten Jahre, auf durchschnittlichem Niveau normalisiert.

Auch die Marktfruchterzeuger sind optimistischer für den weiteren Geschäftsverlauf. Denn trotz des generellen Preisdrucks aufgrund der global umfangreichen Ernte erzielen gute Qualitäten Preisaufschläge. Und die steigende heimische Schweineerzeugung sorgt für höhere Nachfrage nach Futtergetreide.

Etwas skeptischer sind hingegen die Schweinehalter, obwohl sich die Exporte von Schweinefleisch nach dem starken Einbruch (bedingt durch die Afrikanische Schweinepest) wieder deutlich erholt haben. Allerdings steigt durch den neuen Ausbruchsfall der Afrikanischen Schweinepest in der Tschechischen Republik das Risiko, dass neben dem bisher betroffenen Nordosten des Landes auch die südlichen Landesteile bald von der Seuche betroffen sein könnten. Die dann zu erwartenden neuen Handelsrestriktionen dämpfen die Erwartungen der Schweinehalter an die weitere Geschäftsentwicklung in den kommenden 12 Monaten.

Investitionsbereitschaft: Landwirte in Polen in der Spitzenposition

Im Vergleich mit der letzten Befragung im Frühjahr 2017 hat die Investitionsbereitschaft um +4 Prozentpunkte zugenommen. Mit 49 Prozent Landwirten, die in den nächsten 12 Monaten investieren wollen, nehmen die Landwirte in Polen die Spitzenposition unter den befragten Ländern ein.

Die zunehmende Investitionsbereitschaft geht auf steigende Investitionspläne der Tierhalter zurück. Denn sowohl die Milchviehhalter als auch die Schweinehalter planen mehr Investitionen in den kommenden 12 Monaten. Damit setzt sich der Trend steigender Investitionspläne der Viehhalter in Polen fort. Denn seit dem Frühjahr 2016 ist steigende Investitionslaune bei den Tierhaltern in Polen festzustellen - gegenüber der Frühjahrsbefragung 2016 hat die Investitionsneigung der Tierhalter um rund 10 Prozent zugenommen. Die Tierhalter haben das Investitionsniveau, das vor der Niedrigpreisphase 2015 und 2016 um die 50 Prozentmarke geschwankt war, wieder erreicht. So setzen die in Polen befragten Tierhalter ihre dynamische Expansion und die Modernisierung der Produktion weiter fort.

Demgegenüber geht die Investitionsbereitschaft der Marktfruchterzeuger, verglichen mit der Frühjahrsbefragung 2017, leicht zurück. Nachdem die Investitionsbereitschaft zuletzt gestiegen war, bewegt sich diese nun seitwärts. Im langjährigen Vergleich liegt die Investitionsbereitschaft der Marktfruchtproduzenten mit den 41 Prozent deutlich unter dem langjährigen Mittel, das in den Jahren 2010 bis 2015 um die 50 Prozent geschwankt war.

Die Befragung zeigt, dass die in Polen befragten Betriebsleiter wieder an Investitionsdynamik zulegen, expandieren und bestehende Produktion modernisieren. Zu erwarten ist, dass die Landwirte in Polen ihre in den letzten Jahren deutlich verbesserte Marktposition insbesondere in der Tierhaltung weiter stärken bzw. ausbauen.

Investitionsgründe: Landwirte in Polen auf Expansionskurs

Die Landwirtschaft in Polen ist gekennzeichnet durch kleinteilige Betriebsstrukturen und einen voranschreitenden Strukturwandel. Dieses Umfeld bietet wachstumsorientierten Landwirten die Möglichkeit, bestehende Kapazitäten zu erweitern. Die Kapazitätsausweitung ist für die befragten Landwirte aller Produktionsrichtungen der mit Abstand wichtigste Investitionsgrund. Demgegenüber spielen das Nachholen aufgeschobener Investitionen und die Digitalisierung eine nachrangige Rolle.

Dieser Wachstumspfad wird bestärkt durch die Beurteilung der befragten Landwirte, dass der Export positive Wirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung der Betriebe hat. Dies zeigt sich vor allem im Veredelungssektor, der sich insbesondere in der Geflügelhaltung dynamisch entwickelt hat. Und auch in der Schweinehaltung sind seit dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest die Vorzeichen wieder günstig für Produktionssteigerungen. Auch das aktuell niedrige Zinsniveau wird positiv beurteilt, denn Investitionen sind günstig finanzierbar.

Demgegenüber sehen die Landwirte die Preise für Agrarprodukte als neutral an, denn besonders die Preise für Milch und Fleisch haben sich im laufenden Jahr 2017 deutlich erholt.
Als negativ für die wirtschaftliche Entwicklung beurteilen die Landwirte vor allem die hohen Bodenpreise, die diesjährige Trockenheit und schließlich steigende Auflagen in der Produktion.

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