DLG e.V. - Länderreport Polen 2017 - Milchviehhaltung

Länderreport Polen - Milchviehhaltung

Kosten senken, Herdenmanagement optimieren und Tierwohl verbessern

Milchproduzenten in Polen ziehen Lehren für die Betriebsführung aus dem Preistal der Jahre 2015 und 2016, wollen Kosten senken und mit Liquiditätsmanagement die Zahlungsfähigkeit sichern.

Die im laufenden Jahr 2017 verbesserte Wirtschaftslage öffnet Spielräume, die Produktionsverfahren weiterzuentwickeln. Der Fokus liegt auf der Steigerung des Kuhkomforts. DLG-Agrifuture Insights zeigt die geplanten Weichenstellungen der Milchproduzenten in Polen.

  • Die in Polen befragten Milchviehhalter sehen Kostensenkungen als wichtigste Maßnahme, künftigen Niedrigpreisphasen bei den Milchauszahlungspreisen zu begegnen.
  • Die Sicherung der Zahlungsfähigkeit und das Management schwankender Erzeugerpreise sind wichtige Managementfelder.
  • Hohes Interesse haben die Milchproduzenten an Technik-Innovationen, die das Tierwohl verbessern.

Managementschwerpunkte in der Milchviehhaltung: Lehren aus dem Milchpreistal

Für über 90 Prozent der an der Befragung teilnehmenden Milchproduzenten sind die Sicherung der Zahlungsfähigkeit und das Management schwankender Erzeugerpreise das aktuell wichtigste Arbeitsfeld. Weiterhin arbeiten die Milchproduzenten daran, Produktionskosten zu senken, und mehr auf die Merkmale Robustheit und Langlebigkeit der Kühe zu züchten. Und schließlich ist mehr Tierwohl durch bessere Haltungsverfahren nach den Angaben der befragten Milchproduzenten ein aktuell wichtiges Arbeitsfeld.

Auch wenn der Milchpreisrückgang in Polen nicht so deutlich war wie in anderen Ländern, haben die niedrigen Erzeugerpreise der Jahre 2015 und 2016 den Milchviehhaltern wirtschaftliche Schwierigkeiten bereitet. Aus dieser Erfahrung heraus wollen die befragten Milchviehhalter ihre Betriebsführung weiterentwickeln, um bei neuen Preistiefs rechtzeitig die richtigen Entscheidungen zu treffen, um zahlungsfähig zu bleiben.

Als Voraussetzung für die Bewältigung von Preistälern sehen die Landwirte Kostensenkungen an. Schließlich sind niedrige Erzeugungskosten die Basis für wirtschaftliche Stabilität. In Phasen hoher Preise lassen niedrige Produktionskosten den Aufbau von Rücklagen zu, damit in Phasen niedriger Preise das Risiko eines Zahlungsengpasses niedriger ist.

Schließlich wollen die in Polen befragten Milcherzeuger die Robustheit und Langlebigkeit der Kühe verbessern. Deshalb können diese Merkmale künftig eine größere Bedeutung in der Milchviehzucht erreichen. Denn neben einem Plus an Tierwohl senken längere Nutzungsdauern die Remontierungsrate und ermöglichen durch den möglichen Verkauf von Färsen zusätzliche Einnahmen. Vor diesem Hintergrund sind neu justierte Zuchtziele ein Baustein, um höhere wirtschaftliche Stabilität zu erreichen.

Gefragt nach den konkreten Maßnahmen, um künftige Phasen niedriger Milchauszahlungspreise zu meistern, ist für die Mehrheit der befragten Milcherzeuger die Kostensenkung das wichtigste Mittel. Denn niedrige Erzeugungskosten führen zu deutlich mehr finanziellem Handlungsspielraum, weil Betriebe mit niedrigen Produktionskosten schneller wieder Kosten deckende Preise erreichen und wirtschaftlich stabiler sind.

Während niedrige Produktionskosten die Basis wirtschaftlicher Stabilität sind, ist das Liquiditätsmanagement wichtiges Instrument für die Landwirte, um zahlungsfähig zu bleiben. In diesem Kontext wird die Liquiditätsvorausschau bzw. –planung zwar von 66 Prozent der befragten Milchproduzenten als adäquates Mittel angesehen, um in Preistälern handlungsfähig zu bleiben. Denn mit Liquiditätsmanagement können die Betriebsleiter den etwaigen Finanzierungsbedarf zur Überbrückung eines Zahlungsengpasses exakt beziffern. Zudem stärkt Liquiditätsmanagement die Verhandlungsposition der Landwirte.

Bei den Techniktrends ist den an der Befragung teilnehmenden Landwirten mit knapp 80 Prozent die Verbesserung des Tierwohls am wichtigsten. Denn Tierwohl bedeutet Kuhkomfort und ist unverzichtbarer Bestandteil einer modernen Milcherzeugung. Tierwohl ist deshalb auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Zudem sind hohe Tierwohlstandards im Kuhstall eine wichtige Argumentationsgrundlage in der gesellschaftlichen Debatte um die Zukunft der Milchviehhaltung. Die befragten Milchproduzenten halten in diesem Kontext auch die Zulassung von Haltungssystemen für ein probates Mittel, um mehr Tierwohl zu erreichen.

Schließlich ist für über 70 Prozent der befragten Milchviehhalter die automatische Futtervorlage ein sehr wichtiger bzw. wichtiger Techniktrend in der Milchproduktion, denn die mehrmalige Futtervorlage in kleineren Portionierungen hilft Futterverluste zu vermeiden. Weil der Herde durchweg frisches Futter angeboten wird, regt dies die Futteraufnahme an. Zudem können die Milcherzeuger Arbeitszeit einsparen und bspw. mehr Augenmerk auf das Herdenmanagement legen.

Die Optimierung des Nährstoffmanagements spielt für Landwirte in Polen eine zunehmende Rolle, denn die EU-Gesetzgebung sorgt für Handlungsbedarf. Um die Nährstoffeffizienz zu erhöhen, haben die befragten Milchviehhalter die Lebenstageleistung verbessert. Denn mit höherer Leistung nutzen die Milchproduzenten die erzeugten bzw. zugekauften Nährstoffe effizienter. In diesem Kontext setzen die Befragten weitere Schwerpunkte darin, Futterverluste zu vermeiden und stickstoffreduziert zu füttern. So zeigt sich, dass die in Polen befragten Milcherzeuger ganz auf den „Hebel“ Fütterung setzen, um das Nährstoffmanagement zu verbessern.

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