DLG e.V. - Indikator 22: Agrarnahe Entwicklungshilfe (DLG-Nachhaltigkeitsbericht 2016)

Bereich Soziales und internationale Verantwortung DLG-Nachhaltigkeitsbericht 2016

Indikator 22: Agrarnahe Entwicklungshilfe

Internationale, soziale Verantwortung wird nicht allein dadurch wahrgenommen, dass man seine Grenzen für Entwicklungsländerexporte öffnet und die Exportsubventionen abbaut. Nicht alle armen Länder sind in der Lage, am weltweiten Handelsgeschehen teilzunehmen. Deshalb spielt die gezielte Entwicklungszusammenarbeit nach wie vor eine wichtige Rolle. Dafür werden länder- bzw. regions-spezifische Projekte definiert und vom Staat finanziell gefördert, die verschiedene entwicklungspolitische Ziele ansteuern. Mitunter werden auch gemeinsame Projekte mit der Privatwirtschaft (Public-Private-Partnership) durchgeführt, um zusätzlich privates Kapital ins Land zu holen.

Die ODA Nahrungsmittelhilfen (rote Linie) beinhalten Unterstützungen in Katastrophenfällen und werden in der Regel in Form von Finanzmitteln, Sachmitteln und Nahrungsmitteln zur Verfügung gestellt. Diese sind aus entwicklungspolitischen Gründen nur in Ausnahmefällen sinnvoll, da immer die Gefahr besteht, dass diese regionale Märkte stören und schwächen können. Für den Anstieg in 2012 liegen keine offiziellen Begründungen vor. Es wird davon ausgegangen, dass der Anstieg auf die Dürren in der Sahelzone und den Ernteausfällen in den USA und eine damit einher gehende Kompensation der Nahrungsmittelhilfen durch die EU zu einer temporären Zunahme geführt haben.

Lange Zeit ist im Rahmen der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit dabei die Landwirtschaft vernachlässigt worden. Seit einigen Jahren findet allerdings eine Neubesinnung in der Weise statt, dass dem Landwirtschaftssektor in Entwicklungsländern zu Recht wieder eine größere Bedeutung bei der Ernährungssicherung zugesprochen wird. Das zeigt sich auch am Mitteleinsatz (Abbildung 22), der sich seit 2007 absolut etwa verdoppelt und auch anteilig an der gesamten Entwicklungshilfe von 3,6 % im Jahr 2002 auf 5,5 % im Jahr 2011 zugenommen hat und die Bereiche Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei abdeckt. Die soziale Komponente der Nachhaltigkeit wird demnach auch durch die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit tendenziell gestärkt.

vorheriges Kapitelnächstes Kapitel