DLG e.V. - Ab 1886: Die Ackerbau-Abteilung

Ab 1886: Die Ackerbau-Abteilung

Professor Dr. Kurt Orth (1881-1910)

Prof. Albert Kurt Orth, Ordinarius für Acker- und Pflanzenbau an der neu gegründeten Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin, hatte von Beginn an fast 30 Jahre Vorsitz der Ackerbau-Abteilung inne. Besondere Verdienste hat er sich um die Kalidüngung erworben.

Die Gründung der Ackerbau-Abteilung fand am 18. Februar 1886 statt, mit dem Vorsitz wurde bereits 1887 Albert Orth betraut, Professor an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin, den er bis 1915 innehatte. Im Mittelpunkt der Arbeiten des Ausschussen standen Fragen des Acker- und Pflanzenbaus, insbesondere auch die Bodenkunde und die Bodenbearbeitung. Allerdings herrschte in der Dünger- und Saatgutabteilung der neu gegründeten DLG von Anfang an eine Dynamik, die zu Beginn der Ausschussarbeit der Ackerbauabteilung nicht im gleichen Maße festzustellen war.

Intensiv oder extensiv wirtschaften?
Schon 1895 musste sich die Abteilung mit der grundsätzlichen Frage befassen, wie der deutsche Getreidebau als traditionelles Rückgrat des deutschen Ackerbaus aufrechterhalten werden konnte. Denn die deutsche Landwirtschaft befand sich in einer schwierigen Situation. Die Frage lautete: „Sollen wir überhaupt noch intensiv wirtschaften oder sollen wir zum extensiven Betrieb zurückkehren?" Die Geschichte hat damals diese Frage so beantwortet, dass es eine einfache Rückkehr zu extensiven Wirtschaftsformen nicht geben kann – und so wurde die Entscheidung für die Aufrechterhaltung des deutschen Ackerbaus getroffen. Alle Detailarbeiten der DLG-Ackerbau-Abteilung standen im Zeichen dieser Entscheidung.


In den ersten Sitzungen widmete sich der Ausschuss Fragen der Kalk- und Mergeldüngung. Bald aber schälten sich als weitere Schwerpunkte vier größere, geschlossene Arbeitsgebiete heraus:

- Fragen der Bodenbearbeitung,
- Kulturfragen bei einzelnen Kulturpflanzen,
- die Unkrautfrage und
- die Bekämpfung von tierischen und pflanzlichen Schädlingen.


Bei der Bodenbearbeitung ergaben sich durch die Entwicklung der Landtechnik ständig neue Probleme. Dabei sind Verfahren, wie „Bodenbearbeitung durch Kraftpflüge", die Fräskultur und der „Ackerbau ohne Pflug" aus dieser Zeit zu nennen. die es notwendig machten, dass die DLG wie ein Filter zwischen den neuen Ideen bzw. Verfahren und der Praxis wirkte. Wiederholt ging es um die Frage der zweckmäßigsten Tiefe der Pflugfurche in Verbindung mit der Untergrundlockerung, das Dibbeln gegenüber dem Drillen und der Einzelkornsaat. Dabei sollte nicht übersehen werden, dass die physikalische Erforschung des Bodens, wie sie etwa durch Martin Ewald Wollny in eben den Jahren der DLG-Gründung betrieben wurde, etwas im Schatten der Agrikulturchemie und J. von Liebig stand.


Der Fragekreis der Anbauverfahren für einzelne Kulturpflanzen umfasste einerseits den gesamten Kreis der traditionellen Pflanzen, es ging aber auch z.B. um die Möglichkeit der Einführung der Sojabohne in den deutschen Ackerbau.


Bedeutende Beiträge sind durch die DLG zur „Unkrautfrage" geleistet worden, indem sie systematisch die Biologie der wichtigsten Unkräuter erforschen und darstellen ließ.

Der vierte der genannten Schwerpunkte, die Schädlingsbekämpfung, führte sehr bald - schon 1890 – zur Gründung eines Sonderausschusses für Pflanzenschutz.

(dö)

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